Das erste Jahrhundert des Films: 1935

Toni (Jean Renoir, F)

Inhaltlich von der Psychoanalyse, formal vom Expressionismus beeinflusst, brachte Die ewige Maske dem Regisseur Werner Hochbaum internationale Anerkennung ein – und das Misstrauen des NS-Regimes. Dieses hatte er schon mit seinen früheren Filmen erregt – Razzia in St. Pauli (1932) wurde verboten –, und so realisierte er den Ärztefilm als schweizerisch-österreichische Produktion. Ebenfalls Anleihen beim deutschen Expressionismus nimmt Bride of Frankenstein, die geniale Fortsetzung des Horrorfilms Frankenstein (1931), dank seiner Darsteller, der Kameraarbeit, Ausstattung, Musik und Stimmung ein Meilenstein und Meisterstück des fantastischen Films. Während sich damals zahlreiche Werke kritisch mit der NS-Zeit auseinandersetzen, bringt das Jahr 1935 mit Leni Riefenstahls Reichsparteitagsfilm Triumph des Willens auch das wohl bekannteste und meistdiskutierte Werk der NS-Propaganda hervor. Mit seiner Ästhetik beeinflusste es nach dem Zweiten Weltkrieg Spiel- und Dokumentarfilme ebenso wie die Werbung und wirft damit auch heute noch die Frage nach der Trennlinie zwischen Kunst, Politik und Ethik auf. Es geht in der aktuellen Auswahl von Jahrhundertfilmen aber auch heiterer zu und her: Im unsterblichen Klassiker A Night at the Opera kontrastiert die künstliche, bis zur Dekadenz verfeinerte Welt der Oper aufs Wildeste mit dem archaischen, kindlichen, destruktiven Humor der Marx Brothers. Einer der schönsten Filme aus Jean Renoirs Œuvre ist Toni, der – seiner Zeit voraus – radikal mit den herrschenden filmischen Moden bricht und als Vorläufer des Neorealismus bezeichnet werden kann.

  • A Midsummer Night’s Dream (William Dieterle, Max Reinhardt, USA)
  • A Tale of Two Cities (Jack Conway, USA)
  • Alice Adams (George Stevens, USA)
  • Amphitryon (Reinhold Schünzel, D)
  • Anna Karenina (Clarence Brown, USA)
  • Le bonheur (Marcel L’Herbier, F)
  • Broadway Melody of 1936 (Roy Del Ruth, USA)
  • Captain Blood (Michael Curtiz, USA)
  • Casta Diva (Carmine Gallone, I)
  • Crime and Punishment (Josef von Sternberg, USA)
  • Dangerous (Alfred E. Green, USA)
  • Goin’ to Town (Alexander Hall, USA)
  • Gold Diggers (Busby Berkeley, USA)
  • Les misérables (Richard Boleslawski, USA)
  • Mad Love (Karl Freund, USA)
  • Mutiny on the Bounty (Frank Lloyd, USA)
  • Naughty Marietta (Robert Z. Leonard, W.S. Van Dyke, USA)
  • Ruggles of Red Gap (Leo McCarey, USA)
  • Sylvia Scarlett (George Cukor, USA)
  • The 39 Steps (Alfred Hitchcock, USA)
  • The Dark Angel (Sidney Franklin, USA)
  • The Devil Is a Woman (Josef von Sternberg, USA)
  • The Ghost Goes West (René Clair, GB)
  • The Informer (John Ford, USA)
  • The Lives of a Bengal Lancer (Henry Hathaway, USA)
  • The Whole Town’s Talking (John Ford, USA)
  • Top Hat (Mark Sandrich, USA)

Weitere wichtige Filme von 1935

Alice Adams (George Stevens, USA)
A Midsummer Night’s Dream (William Dieterle, Max Reinhardt, USA)
Amphitryon (Reinhold Schünzel, D)
Anna Karenina (Clarence Brown, USA)
A Tale of Two Cities (Jack Conway, USA)
Broadway Melody of 1936 (Roy Del Ruth, USA)
Captain Blood (Michael Curtiz, USA)
Casta Diva (Carmine Gallone, I)
Crime and Punishment (Josef von Sternberg, USA)
Dangerous (Alfred E. Green, USA)
Episode (Walter Reisch, Österreich)
Goin’ to Town (Alexander Hall, USA)
Gold Diggers (Busby Berkeley, USA)
Le bonheur (Marcel L’Herbier, F)
Les misérables (Richard Boleslawski, USA)
Mad Love (Karl Freund, USA)
Mutiny on the Bounty (Frank Lloyd, USA)
Naughty Marietta (Robert Z. Leonard, W.S. Van Dyke, USA)
Ruggles of Red Gap (Leo McCarey, USA)
Sylvia Scarlett (George Cukor, USA)
The Dark Angel (Sidney Franklin, USA)
The Devil Is a Woman (Josef von Sternberg, USA)
The Ghost Goes West (René Clair, GB)
The Informer (John Ford, USA)
The Lives of a Bengal Lancer (Henry Hathaway, USA)
The Whole Town’s Talking (John Ford, USA)
The 39 Steps (Alfred Hitchcock, USA)
Top Hat (Mark Sandrich, USA)

Ein Gedanke zu „Das erste Jahrhundert des Films: 1935

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.