DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1999

Fight Club (David Fincher, USA 1999)

Kurz vor der Jahrtausendwende, als die Welt vor dem Millennium Bug zittert und sich unheilvolle Spekulationen und Szenarien überschlagen, stürmen wie selten zuvor originelle und wegweisende Produktionen die Leinwand: Filmemacher brechen mit Regeln und Traditionen des Kinos und erfinden neue Erzählformen und Effekte. Um Körperlichkeit, Maskulinität und Identitätskrisen kreisen viele dieser Filme, so etwa David Finchers grossartig inszenierter Thriller Fight Club, der die Kritiker polarisiert, im Kino hinter den Erwartungen zurückbleibt, auf DVD aber zum Kultfilm avanciert und Einzug in die Popkultur findet; oder Claire Denisʼ rätselhafter, berauschender Beau travail, in dem die Regisseurin die dunklen Randzonen des Begehrens erforscht und ihren Blick auf französische Fremdenlegionäre richtet, die halb nackt unter der Wüstensonne exerzieren.

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DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1989

Do the Right Thing (Spike Lee, USA)

Inspiriert von Reformbestrebungen in der Sowjetunion, in Polen und Ungarn, erwuchs im Frühling 1989 in Peking aus anfänglichen Studentenprotesten eine echte Demokratiebewegung, bis die Regierung Soldaten in die Hauptstadt schickte und den Aufstand blutig niederschlagen liess; in Europa wurde zur gleichen Zeit der Eiserne Vorhang löchrig, Tausende flüchteten aus der DDR, Massendemonstrationen folgten, bis am 9. November in Berlin schliesslich die Mauer fiel. In diesem Jahr sorgten gleich zwei US-amerikanische Independent-Filme für Furore: Spike Lees Do the Right Thing, die engagierte Auseinandersetzung mit der Problematik des zeitgenössischen Rassismus in Amerika, wurde Auslöser hitziger politischer Debatten und hat bis heute nichts von seiner aufwühlenden Kraft eingebüsst.

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