Perla rara – Ein Interview mit Corinne Siegrist-Oboussier auf Italienisch

Fausto Colombo – in Zürich wohnhafter italienischer Journalist, Fotograf (L’Incertain Regard) und Bartmodel – hat für den Blog Züri-swissness die Leiterin des Filmpodiums, Corinne Siegrist-Oboussier, interviewt. Das Interview auf Italienisch reproduzieren wir hier mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Il cinema più iconico di Zurigo compie 70 anni. Lo spazio in stile Bauhaus, già sede dello storico Studio 4, ospita il Filmpodium, singolare mix fra monosala, arthouse e cineteca. Un ibrido cinematografico tutt’ora rispettato, scelto, amato e desiderato. In occasione di questo anniversario più unico che raro, ho incontrato la sua direttrice Corinne Siegrist-Oboussier, paladina di una forma di resistenza culturale sempre più necessaria

Se doveste chiedere agli zurighesi di nominarvi un cinema speciale, qualcuno vi parlerà sicuramente del Filmpodium. La sua sala trapezoidale e asimmetrica, a pochi passi da Paradeplatz, il centro finanziario di Zurigo, è un vero gioiello architettonico. Nei locali che dal 1949 ospitarono lo Studio 4, il Filmpodium mostra da oltre trent’anni serie tematiche, retrospettive di classici, pellicole d’autore e proiezioni di film muti con l’accompagnamento musicale dal vivo. Mantenuto in stile Bauhaus, scuola di architettura, arte e design di cui proprio quest’anno ricorre il centenario, il cinema è stato restaurato con cura nel 2003. Da allora questo spazio, vera perla del paesaggio cinematografico zurighese, vanta 263 comodi posti e una tecnica di proiezione sempre al passo coi tempi. Un cinema che oggi si chiamerebbe “monosala”, per distinguere una specie in via d’estinzione dalle multisale fatte in serie. Un cinema che oggi costituisce una forma di resistenza a un mondo cinematografico seriale, per permettere a tutte le espressioni filmiche di trovare il loro posto e a tutti di goderne a pieno.

A 70 anni dalla nascita di questo spazio, cos’è esattamente Filmpodium nel 2019: una cineteca, un cinema d’essai o una monosala indipendente?

Un po’ di tutto questo. È innanzitutto una cineteca, poiché attraverso la nostraprogrammazione tentiamo di mantenere viva la storia del cinema e farla conoscere anche al giovane pubblico che, per farti un esempio, non ha mai sentito parlare di Francis Ford Coppola (!) a cui abbiamo dedicato in aprile una retrospettiva. Cineteca perché siamo effettivamente proprietari di circa 300 pellicole conservate presso la Cinémathèque Suisse di Losanna, non disponendo di strutture adeguate qui a Zurigo. Filmpodium può definirsi un cinema d’essai in quanto presentiamo non solo nuovi titoli appartenenti a questa categoria ma anche film che ai tempi della loro uscita sarebbero stati senza dubbio classificati in questa categoria. Siamo infine un cinema indipendente poiché non dipendiamo da nessun distributore per la programmazione.

L’entrata del Filmpodium
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Editorial: Wilder Sommer

Some Like It Hot (Billy Wilder, USA 1959)

Billy Wilders Karriere begann in Deutschlands Stummfilmära, führte ihn nach der Machtübernahme der Nazis nach Paris und schliesslich nach Hollywood. Er war einer der zahlreichen deutschen und österreichischen Filmschaffenden, die nach dem Zweiten Weltkrieg auch wieder nach Deutschland zurückkehrten oder zumindest -blickten. Mit 32 Titeln ist die Wilder-Retrospektive, die das Filmpodium diesen Sommer zeigt, umfangreich, aber immer noch nicht ganz adäquat. Dass The Emperor Waltz fehlt, in dem Bing Crosby sich als amerikanischer Grammophon-Vertreter durch die Tiroler Alpen jodelt, ist zu verschmerzen. Es gäbe aber noch viele weitere Frühwerke, bei denen Wilder als Koautor mitgewirkt hat, darunter die pfiffige Kästner-Adaption Emil und die Detektive und die Dreieckskomödie Ein blonder Traum, die wir beide unlängst gezeigt haben, sowie Der Teufelsreporter, den Drehbucherstling des ehemaligen Journalisten Wilder, die muntere Filmoperette Ihre Hoheit befiehlt und das teilweise in der U-Bahn angesiedelte Musical Das Blaue vom Himmel; auf diese kommen wir vielleicht ein andermal zurück.

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Merci, Freddy Buache!

Wäre es nach ihm gegangen, würden Kinosäle nur über eine einzige Sitzreihe verfügen: Freddy Buache (1924–2019) sass immer ganz vorne und schien förmlich in die Leinwand eintauchen zu wollen. Das Kino füllte nicht nur sein Gesichtsfeld aus, sondern sein ganzes Leben. Martin Girod, ehemaliger Koleiter des Filmpodiums, würdigt den jüngst verstorbenen Cinémathèque-Leiter, Kritiker, Festivaldirektor und Filmvermittler.

© Cinémathèque suisse
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Editorial: Beiboot ahoi!

Ein Kino kann man unterschiedlich programmieren. Kommerzielle Premierenkinos sind stark von den Verleihern abhängig, die die Kinostarts immer häufiger weltweit koordinieren, um der Piraterie vorzubeugen und das Medienecho besser zu steuern. Allzu viele Filme werden breit lanciert und verdrängen allzu schnell andere aus den Sälen. «Sleepers», wie man einst jene Filme nannte, die ihr Publikum nur langsam fanden, dann aber endlos im Kino liefen, sind heute undenkbar. Bei solchen Spätzündern kann man nur hoffen, dass sie online Erfolg haben, ehe sie ganz von der Bildfläche verschwinden.

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Georg Radanowicz, Fredi Murer und (virtuell aus L.A.) Xavier Koller im Filmpodium 

Am Freitag, dem 26. April zeigte das Filmpodium zur Feier des 80. Geburtstags des Regisseurs, Autors und Produzenten Georg Radanowicz seinen Film Alfred R. – Ein Leben und ein Film.

Im Gespräch mit Marcy Goldberg gaben Radanowicz, sein Hauptdarsteller Xavier Koller (via Skype aus Los Angeles) und Fredi M. Murer, der 1971 mit Radanowicz zu den Gründern der Nemo Film GmbH zählte, Auskunft über die Entstehung des Films und die damaligen Rahmenbedingungen des Neuen Schweizer Films. Anwesend waren zahlreiche Filmschaffende, darunter der Künstler und Musiker Anton Bruhin, der am improvisierten Jazz-Soundtrack von “Alfred R.” mitgearbeitet hatte, die weiteren Nemo-Film-Mitglieder Markus Imhoof, Hans-Ulrich Schlumpf und Iwan Schumacher sowie Rolf Lyssy, Thomas Koerfer, Sebastian C. Schröder, Marcel Just, Sabine Gisiger, Friedrich Kappeler, Rainer M. Trinkler und viele andere.

  • v. l. n. r.: Georg Radanowicz, Fredi M. Murer, Marcy Goldberg
  • v. l. n. r.: Georg Radanowicz, Fredi M. Murer, Marcy Goldberg; oben: Xavier Koller in L.A.
  • Georg Radanowicz, Fredi M. Murer
  • v. l. n. r.: Georg Radanowicz, Fredi M. Murer, Marcy Goldberg; oben: Xavier Koller in L.A.
  • Georg Radanowicz, Fredi M. Murer, Marcy Goldberg
  • v. l. n. r.: Georg Radanowicz, Fredi M. Murer, Marcy Goldberg
  • v. l. n. r.: Friedrich Kappeler, Hans-Ulrich Schlumpf, Rainer M. Trinkler
  • Marcy Goldberg, Fredi M. Murer
  • v. l. n. r.: Sebastian C. Schröder, Marcel Just
  • Iwan Schumacher
  • v. l. n. r.: Martin Girod, Hans-Ulrich Schlumpf, Michel Bodmer
  • v. l. n. r.: Thomas Koerfer, Marcel Just, Markus Imhoof
  • v. l. n. r.: Thomas Koerfer, Marcel Just, Markus Imhoof
  • v. l. n. r.: Fredi M. Murer, Sebastian C. Schröder
  • Mitte links: Rolf Lyssy, Mitte rechts: Georg Radanowicz
  • v. l. n. r.: Fredi M. Murer, Sebastian C. Schröder
  • Fredi M. Murer, Sabine Gisiger
  • Rolf Lyssy
  • Sabine Gisiger, Thomas Schärer, Marcy Goldberg
  • v. l. n. r.: Friedrich Kappeler, Hans-Ulrich Schlumpf, Rainer M. Trinkler
  • Fredi M. Murer
  • Georg Radanowicz, Fredi M. Murer
  • Georg Radanowicz
  • Georg Radanowicz, Fredi M. Murer
  • Fredi M. Murer
  • Georg Radanowicz, Fredi M. Murer

70 Jahre «Studio 4»

Als am 24. März 1949 das «Studio 4» eröffnet wurde, zeigte Roman Clemens, der das Interieur des Kinos gestaltet hatte und in den ersten Jahren auch für das Programm zeichnete, nicht irgendeinen Film. Er sicherte sich bei Paramount die Weltpremiere der neuen Komödie mit Superstar Bing Crosby, A Connecticut Yankee in King Arthurʼs Court, die sich zum Kassenschlager entwickelte. Zum 70-jährigen Jubiläum haben wir den Spass noch einmal gezeigt, und zwar in echtem Technicolor!

Neben den Begrüssungen durch Filmpodium-Leiterin Corinne Siegrist-Oboussier und dem stellvertretenden Leiter Michel Bodmer gab es auch eine kurze Einführung in die Geschichte des «Studio 4» (seit 1983 «Filmpodium») durch den Historiker und Filmexperten Felix Aeppli. Das «Studio 4» wurde 1948/49 vom Bauhaus-Schüler Roman Clemens gestaltet und zählt zu den wichtigsten Schweizer Baudenkmälern der klassischen Nachkriegsmoderne. Das Kino steht seit 1993 unter Denkmalschutz.

Viele ehemalige Mitarbeiter*innen des Kinos aus den letzten 35 Jahren haben sich an diesem Abend eingefunden, um diesen historischen Moment zu feiern.

EDITORIAL: ABOS À LA CARTE

Das Publikum des Filmpodiums besteht zu einem ansehnlichen Teil aus Stammgästen, die seit Jahren wissen, dass es diese städtische Kulturinstitution gibt und was da veranstaltet wird. Sie sind in aller Regel alt genug, um das Kino dem PC, dem iPhone und der guten Stube als Abspielstätte für Filme vorzuziehen, und sie nehmen sich Zeit, um anderes als nur das Neueste und Lauteste zu sehen. Sie schätzen die kuratierte Auswahl von Klassikern der Filmgeschichte und die Präsentation von Trouvaillen abseits des Kanons. Zumeist haben diese Cinephilen ein General- oder ein Halbtax-Abo fürs Filmpodium; nicht wenige sind auch Mitglieder unseres Fördervereins Lumière.

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Eine Delikatesse: Bruno Ganz im Interview

Wir haben wieder einen Schatz ausgegraben –  Michel Bodmer, heute stellvertretender Leiter des Filmpodiums und damals noch Moderator von Delikatessen, im Gespräch mit Bruno Ganz – und zwar „on location“ im Filmpodium Zürich.

Das Interview zum Film Die Ewigkeit und ein Tag von Theo Angelopoulos, der 1998 die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat, wurde im Mai 2001 ausgestrahlt, kurz nach dem 60. Geburtstag von Bruno Ganz.

(c) Schweizer Radio und Fernsehen SRF

Francis Reusser im Filmpodium

Am Sonntag, 24. Februar 2019 war Francis Reusser aus Anlass des Kinostarts seiner filmischen Rückschau auf sein Leben und sein Werk, La séparation des traces (2018), in Zürich im Kino Kosmos zu Gast.

Das Filmpodium nutzte die Gelegenheit um, ebenfalls in Anwesenheit des Regisseurs, zwei seiner Frühwerke zu zeigen, Vive la mort (1969) und Seuls (1981), jüngst restauriert von der Cinémathèque suisse.

1942 in Vevey geboren, war Francis Reusser mehr als die älteren Cineasten der Groupe 5 ein Angehöriger der 68er-Generation, der sich offen und laut gegen die herrschenden Verhältnisse auflehnte und explizit politische Themen ansprach. Auch war das Frauenbild in seinen Filmen differenzierter, vielleicht dank der Mitwirkung von Patricia Moraz und Christiane Grimm bei Reussers Drehbüchern.

Auch Fredi Murer liess sich die Gelegenheit nicht entgehen, seinen alten Freund in Zürich zu begrüssen. Das Gespräch mit Francis Reusser führte Franziska Trefzer, Dozentin an der Hochschule Luzern.

Adieu, Bruno Ganz

Auch in unserem Kino wird er fehlen: Bruno Ganz (1941–2019), hier zu sehen im Filmpodium im August 2002.

 

Bei uns wird er im April-Programm (Francis Ford Coppola gewidmet) in Youth Without Youth (2007) zu sehen sein. Und vorher noch im Rahmen der Woche der Nominierten in Fortuna (Germinal Roaux, Schweiz/Belgien 2018), am Dienstag, 19. März 2019 um 21.00 Uhr (das gesamte Programm finden Sie hier).

Einen wunderbaren Rückblick auf das Schaffen von Bruno Ganz von Michael Sennhauser finden Sie hier.

Ein spannendes Portrait hat die Sternstunde Kunst letzten Sonntag gesendet.

Volker Schlöndorff und Adolf Muschg erinnern sich in der NZZ an ihren Freund.