Editorial: Wir bitten zur Kasse

Belle de jour (Luis Buñuel, Frankreich/Italien 1967)

Das Filmpodium der Stadt Zürich ist eine nicht gewinnorientierte kulturelle Institution. Der Löwenanteil unseres Budgets wird mit Steuergeldern gedeckt; ein aufwendiges Programm wie das unsere wäre sonst schlicht nicht finanzierbar – auch wenn wir erfreulicherweise im Sommer unseren Publikumsdurchschnitt nicht nur halten, sondern wieder leicht steigern konnten. Vielen Dank für Ihr Interesse an Billy Wilder und Toshiro Mifune!

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Tickets bequem online kaufen

Das Filmpodium ermöglicht neu den Online-Kauf von Tickets!
Tickets können an der Kasse gekauft oder neu via Website bezogen werden. Klicken Sie bei der gewünschten Vorstellung auf „Ticket“; Sie werden dann automatisch durch die notwendigen Schritte geführt.
Abonnentinnen und Abonnenten erhalten die dazu notwendige PIN an der Kasse.

Weitere Informationen finden Sie auch unter „AGB“ im Footer unserer Website.

Reservationen sind nur noch telefonisch möglich, unter 044 415 33 66.

Black Light

Die diesjährige Retrospektive des Filmfestivals Locarno widmete sich unter dem Titel «Black Light» dem internationalen Black Cinema, zeigte aber nicht nur Filme von Schwarzen. Das Filmpodium zeigt mehrheitlich Filme, die in Locarno zu sehen waren. Einzelne Filme wurden gegen andere Raritäten ausgetauscht, die im Schein des «Black Light» hier erstmals zutage treten. Eine Programmübersicht finden Sie auf unserer Webseite.

Kurator Greg de Cuir Jr schildert in unserem Programmheft die Überlegungen, die ihn bei Auswahl und Zusammenstellung der Filme geleitet haben – das können Sie online hier nachlesen.

Den Round Table zur Retrospektive in Locarno mit den Gästen Alice Diop, Christopher Harris, Isaac Julien, Mark Nash, Janaina Oliveira, Euzhan Palcy und Yolande Zauberman, moderiert von Michael B. Gillespie, kann man hier online nachschauen.

In der WOZ vom 18. Juli 2019 (Nr.29/2019) hat Franziska Meister einen wunderbaren Artikel über die Retrospektive in Locarno geschrieben, den wir hier mit Erlaubnis der Autorin wiedergeben dürfen. Herzlichen Dank!

Subversive schwarze Perlen und Ikonen

Mit «Black Light» ist in Locarno eine starke Retro zu sehen, die das schwarze Kino aus dem identitären und ästhetischen Ghetto holt. Ein Versäumnis ist trotzdem zu beklagen.

Was haben Quentin Tarantino und Jim Jarmusch in einer Retrospektive über Black Cinema verloren? Mit knapp fünfzig Filmen will Locarno heuer das schwarze Filmschaffen des 20. Jahrhunderts feiern – und zeigt in diesem Rahmen über ein Drittel Werke von weissen, überwiegend männlichen RegisseurInnen. Man wolle, lässt das Festival verlauten, über das Konzept von Schwarz als identitäre oder soziale Kategorie hinausgehen und diesbezügliche Erwartungen des Publikums nicht einfach «beflügeln», sondern «erschüttern», ja «auf den Kopf stellen». Eine kalkulierte Provokation also?

Der für die Retro verantwortliche Künstler Greg de Cuir Jr ist ein erfahrener Kurator schwarzer Filmkunst und kämpft seit langem dagegen an, schwarze Filmschaffende und deren Werke in ästhetische und kulturelle Ghettos zu drängen. Wenn er seine Retro in Locarno als «polyfon» bezeichnet, so will er damit zweierlei zum Ausdruck bringen: Zum einen beinhaltet sie «Meilensteine von Kulturen und Menschen, die ihre afrikanische Herkunft teilen, doch in verschiedenen Regionen dieser Welt unterschiedliche Erfahrungen gemacht und unterschiedliche Identitäten geformt haben». Zum anderen verweigert er sich nicht nur der Beschränkung auf schwarze Körper vor und hinter der Kamera, sondern vor allem dem Autorenkino, das er als überholt betrachtet, weil es aus hegemonialer Perspektive spricht. In seiner Retro sollen Filmschaffende und ihre Werke in einen Dialog untereinander treten und sich endlich auf Augenhöhe begegnen können.

  • Within Our Gates (Oscar Micheaux, USA 1920)
  • Illusions (Julie Dash, USA 1982)
  • The Blood of Jesus (Spencer Williams, USA 1941)
  • Strange Victory (Leo Hurwitz, USA 1948)
  • No Way Out (Joseph L. Mankiewicz, USA 1950)
  • Orfeu Nego (Marcel Camus, Brasilien/Frankreich/Italien 1959)
  • The Cool World (Shirley Clarke, USA 1963)
  • La Permission (Melvin Van Peebles, Frankreich 1968)
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Editorial: Viel und vielerlei

Boyz n the Hood (John Singleton, USA 1991)

Das Filmpodium widmet seine Reihen oft einzelnen Filmschaffenden und versucht, möglichst viel von deren sehenswertem Werk zu zeigen. Das haben wir im überlangen Sommerprogramm bei Billy Wilder getan und das machen wir nun noch einmal, indem wir vom grossen Luis Buñuel nicht nur in diesem Programm, sondern auch im darauf folgenden Filme zeigen – eine Gesamtanzahl, die eine einzelne Programmperiode sprengen würde. Plinius der Jüngere wäre mit uns zufrieden, denn er verlangte ja, man müsse viel lesen, nicht vielerlei, in die Tiefe gehen, nicht in die Breite.

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Filmbuff-Quiz 2019 – Sind Sie bereit?

Die Finalrunde 2018

Am 1. November 2019 um 20.00 Uhr testen wir im Filmpodium wieder Ihr Fachwissen beim alljährlichen, bereits traditionsreichen «Filmbuff-Quiz». Wir laden wieder einmal Kinokenner und Filmfreundinnen ein, mental die Klingen zu kreuzen und abseits des Internets mit echtem Filmwissen zu brillieren.

Für die Profis im Publikum gibt es Handicaps, damit engagierte Amateure gleiche Chancen haben, die attraktiven Preise zu gewinnen. Wie bei den TV-Vorbildern muss man beim Filmbuff-Quiz aber nicht selber mitspielen, um Spass zu haben. Man kann auch nur seine Lieblingskandidatinnen anfeuern – oder einfach die eingespielten Clips geniessen und Höhepunkte (und Peinlichkeiten) der Filmgeschichte Revue passieren lassen.

Aufgrund der grossen Nachfrage empfehlen wir allen, die einen Sitzplatz auf Nummer sicher wollen, den Vorverkauf oder die frühzeitige Reservation (ab 14. September auf www.filmpodium.ch).

Hier auf unserem Blog können Sie schon mal üben und Ihre Kenntnisse testen. Sind Sie bereit?

Alle Antworten finden Sie hier.

1. Als Schöpfer der Serie Westworld zeichnet Jonathan Nolan, der Bruder von Christopher Nolan. Zu welchem Film von Christopher lieferte Jonathan eine Kurzgeschichte als Grundlage?

  • Memento
  • Inception
  • Interstellar
  • Insomnia

2. Razzie Awards ist eine Abkürzung für „Golden Raspberry Awards“; die deutschsprachige Presse spricht gerne von der „Goldenen Himbeere“. Welche Schauspielerin gewann am Samstag den Razzie und am Sonntag den Oscar, wenn auch für zwei verschiedene Filme?

  • Halle Berry
  • Sandra Bullock
  • Kate Winslet
  • Meryl Streep

3. Filmausschnitt und Musik gehören nicht zusammen. Welche beiden Filme wurden hier gemixt? Was hatten Charles Chaplin und Erich Maria Remarque gemeinsam?

4. Wie immer gibt es auch in diesem Quiz eine Frage zu James Bond. Der gebürtige Franzose Louis Jourdan hat einmal einen Bond-Bösewicht gespielt. In welchem Film?

  • Moonraker
  • For Your Eyes Only
  • Octopussy
  • Live and Let Die

Die Antwort finden Sie in diesem Clip.

5. In der Sélection Lumière zeigten wir heuer Zabriskie Point. Die bekannteste Szene daraus ist die Schlusssequenz, die damals zur Chiffre für die Materialismus-Kritik wurde (hier geht’s zum Ausschnitt). Welche heutige establishmentkritische amerikanische TV-Serie spielt in der Titelsequenz auf die Antonioni-Szene an?

  • The Good Fight
  • Billions
  • Silicon Valley
  • Black Mirror

Die Antwort finden Sie in diesem Clip.

Hello Filmpodium!

hellozurich ist ein Zürcher Online-Stadtmagazin, das Leute und Orte portraitiert, die unsere Stadt prägen. Reto Baer hat unsere Operateurin Steffi Riebe und die Filmpodium-Leiterin Corinne Siegrist-Oboussier vor Ort im Kino getroffen.

«Das Filmpodium zeigt rund 350 verschiedene Filme pro Jahr. Das sind mehr als alle anderen Stadtzürcher Kinos zusammen. Denn das Filmpodium ist kein konventionelles Kino, sondern ein Programmkino. Es lockt das Publikum weder mit den neusten Hollywood-Blockbustern noch mit Popcorn, sondern mit alten Filmperlen. Diese sind oftmals nicht auf DVD erhältlich oder auf einer Streaming-Plattform abrufbar.» Reto Baer

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

  • © Reto Baer
  • © Reto Baer
  • Steffi Riebe in der Vorführkabine / © Reto Baer
  • Steffi Riebe (Operateurin) und Corinne Siegrist-Oboussier (Leiterin Filmpodium) / © Reto Baer
  • Der Saal / © Reto Baer

Perla rara – Ein Interview mit Corinne Siegrist-Oboussier auf Italienisch

Fausto Colombo – in Zürich wohnhafter italienischer Journalist, Fotograf (L’Incertain Regard) und Bartmodel – hat für den Blog Züri-swissness die Leiterin des Filmpodiums, Corinne Siegrist-Oboussier, interviewt. Das Interview auf Italienisch reproduzieren wir hier mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Il cinema più iconico di Zurigo compie 70 anni. Lo spazio in stile Bauhaus, già sede dello storico Studio 4, ospita il Filmpodium, singolare mix fra monosala, arthouse e cineteca. Un ibrido cinematografico tutt’ora rispettato, scelto, amato e desiderato. In occasione di questo anniversario più unico che raro, ho incontrato la sua direttrice Corinne Siegrist-Oboussier, paladina di una forma di resistenza culturale sempre più necessaria

Se doveste chiedere agli zurighesi di nominarvi un cinema speciale, qualcuno vi parlerà sicuramente del Filmpodium. La sua sala trapezoidale e asimmetrica, a pochi passi da Paradeplatz, il centro finanziario di Zurigo, è un vero gioiello architettonico. Nei locali che dal 1949 ospitarono lo Studio 4, il Filmpodium mostra da oltre trent’anni serie tematiche, retrospettive di classici, pellicole d’autore e proiezioni di film muti con l’accompagnamento musicale dal vivo. Mantenuto in stile Bauhaus, scuola di architettura, arte e design di cui proprio quest’anno ricorre il centenario, il cinema è stato restaurato con cura nel 2003. Da allora questo spazio, vera perla del paesaggio cinematografico zurighese, vanta 263 comodi posti e una tecnica di proiezione sempre al passo coi tempi. Un cinema che oggi si chiamerebbe “monosala”, per distinguere una specie in via d’estinzione dalle multisale fatte in serie. Un cinema che oggi costituisce una forma di resistenza a un mondo cinematografico seriale, per permettere a tutte le espressioni filmiche di trovare il loro posto e a tutti di goderne a pieno.

A 70 anni dalla nascita di questo spazio, cos’è esattamente Filmpodium nel 2019: una cineteca, un cinema d’essai o una monosala indipendente?

Un po’ di tutto questo. È innanzitutto una cineteca, poiché attraverso la nostraprogrammazione tentiamo di mantenere viva la storia del cinema e farla conoscere anche al giovane pubblico che, per farti un esempio, non ha mai sentito parlare di Francis Ford Coppola (!) a cui abbiamo dedicato in aprile una retrospettiva. Cineteca perché siamo effettivamente proprietari di circa 300 pellicole conservate presso la Cinémathèque Suisse di Losanna, non disponendo di strutture adeguate qui a Zurigo. Filmpodium può definirsi un cinema d’essai in quanto presentiamo non solo nuovi titoli appartenenti a questa categoria ma anche film che ai tempi della loro uscita sarebbero stati senza dubbio classificati in questa categoria. Siamo infine un cinema indipendente poiché non dipendiamo da nessun distributore per la programmazione.

L’entrata del Filmpodium
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Editorial: Wilder Sommer

Some Like It Hot (Billy Wilder, USA 1959)

Billy Wilders Karriere begann in Deutschlands Stummfilmära, führte ihn nach der Machtübernahme der Nazis nach Paris und schliesslich nach Hollywood. Er war einer der zahlreichen deutschen und österreichischen Filmschaffenden, die nach dem Zweiten Weltkrieg auch wieder nach Deutschland zurückkehrten oder zumindest -blickten. Mit 32 Titeln ist die Wilder-Retrospektive, die das Filmpodium diesen Sommer zeigt, umfangreich, aber immer noch nicht ganz adäquat. Dass The Emperor Waltz fehlt, in dem Bing Crosby sich als amerikanischer Grammophon-Vertreter durch die Tiroler Alpen jodelt, ist zu verschmerzen. Es gäbe aber noch viele weitere Frühwerke, bei denen Wilder als Koautor mitgewirkt hat, darunter die pfiffige Kästner-Adaption Emil und die Detektive und die Dreieckskomödie Ein blonder Traum, die wir beide unlängst gezeigt haben, sowie Der Teufelsreporter, den Drehbucherstling des ehemaligen Journalisten Wilder, die muntere Filmoperette Ihre Hoheit befiehlt und das teilweise in der U-Bahn angesiedelte Musical Das Blaue vom Himmel; auf diese kommen wir vielleicht ein andermal zurück.

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Merci, Freddy Buache!

Wäre es nach ihm gegangen, würden Kinosäle nur über eine einzige Sitzreihe verfügen: Freddy Buache (1924–2019) sass immer ganz vorne und schien förmlich in die Leinwand eintauchen zu wollen. Das Kino füllte nicht nur sein Gesichtsfeld aus, sondern sein ganzes Leben. Martin Girod, ehemaliger Koleiter des Filmpodiums, würdigt den jüngst verstorbenen Cinémathèque-Leiter, Kritiker, Festivaldirektor und Filmvermittler.

© Cinémathèque suisse
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