Editorial: Programm-Plandemie

The Man Who Wasn’t There (Joel Coen, Ethan Coen, USA/GB 2001)

Im Dezember 2020 dachten wir noch, dass die zweite Welle der Covid-19- Chose bald verebbe und uns wieder ein regulärer Kinobetrieb erlaubt sei. Dank Virus-Mutanten und Corona-Ignoranten sind die Zahlen dann jedoch wieder hochgeschnellt, und alles hat sich verzögert.

Wie andere, die kulturelle und sonstige Veranstaltungen planen, haben auch wir immer neue Szenarien entworfen, um den ständig wechselnden Zeithorizonten für die Wiedereröffnung gerecht zu werden, die sich diffus abzuzeichnen schienen. Zwei Prinzipien leiteten uns dabei: inhaltlich möglichst wenig von dem Programm der Monate Dezember bis Februar, das bereits rechtlich abgeklärt und bezahlt war, zu opfern und möglichst im Mai/Juni zu einer regulären Programmstruktur zurückzukehren. Der Zeitraum für die «Pufferprogrammierung» bis Mitte Mai schwand aber zusehends, sodass wir gezwungen waren, das Stummfilmfestival auf Anfang 2022 zu verschieben und die verbliebenen Godard-Filme in den Sommer zu verpflanzen. „Editorial: Programm-Plandemie“ weiterlesen

Zur Erinnerung an Moufida Tlatli

Uns hat die traurige Nachricht erreicht, dass Moufida Tlatli, deren Film La saison des hommes wir am 5. Arab Film Festival 2020 gezeigt haben, im Alter von 73 Jahren verstorben ist.

Moufida Tlatli als Jurymitglied der 54. Filmfestspiele Cannes ©Frank Micelotta/Getty Images.

Michel Bodmer, stellvertretender Leiter des Filmpodiums, und Frédéric Maire, Direktor der Cinémathèque suisse, haben 2000 in Cannes anlässlich der Premiere von La saison des hommes ein Interview mit ihr geführt, das wir Ihnen gerne auf unserem Blog zur Verfügung stellen. „Zur Erinnerung an Moufida Tlatli“ weiterlesen

Das war das 5th Arab Film Festival Zurich

Seit 2012 bietet das Arab Film Festival Zurich alle zwei Jahre die Gelegenheit zu interkulturellen Begegnungen zwischen dem hiesigen Publikum und dem vielfältigen arabischen Filmschaffen sowie seinen Vertreterinnen und Vertretern.

In der 5. Ausgabe 2020 war das nicht anders – nur eben unter strenger Einhaltung der Covid-19-Schutzmassnahmen. 

  • Stadtpräsidentin Corine Mauch an der Eröffnung (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • v.l.n.r.: Khaled Alwazzan, Chargé d'Affaires a.i. der Botschaft von Kuweit in Bern; Corinne Siegrist-Oboussier (Filmpodium); Aida Schläpfer Al Hassani (Präsidentin IAFFZ); Dr. Farhan Alfarhan, Chargé d'Affaires a.i. der Botschaft des Königreichs von Saudi-Arabien in Bern (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl) Khaled ALWAZZAN W A M A, Chargé d'Affaires a.i. der Botschaft von Kuweit in Bern (neben Corinne)
  • Bahij Hojeij (Regisseur Eröffnungsfilm «Good Morning», Libanon, F 2018) und Corinne Siegrist (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • Podiumsdiskussion Filmschaffen in Tunesien (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • Podiumsdiskussion Filmschaffen in Tunesien. Auf der Leinwand: Fatma Riahi (Regisseurin «A Haunted Past», Tunesien, Katar 2018) (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • Podiumsdiskussion Filmschaffen in Marokko. Auf der Leinwand: Fyras Mawazini, Drosos Stiftung; v.l.n.r. Moderation: Beat Stauffer; Nouhad Fathi, marokkanische Kulturjournalistin; Ali Essafi («Before the Dying of the Light aka Our Dark 70s», Marokko 2019); Carole Gürtler, Drosos Stiftung; Urs Gösken (Übersetzung) (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • Q&A mit Joud Said («Between Two Brothers», Syrien 2019) (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • Q&A mit Ali Essafi («Before the Dying of the Light aka Our Dark 70s», Marokko 2019) (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • Jurorin Catherine Silberschmidt (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • Preisübergabe durch Christian Frei (Präsident der Schweizer Filmakademie) (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • Ahmad Ghossein (Beste Regie «All This Victory») (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • Ala Eddine Slim (Bester Film «Tlamess») (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)
  • Die Preisverleihung (© IAFFZ, Eva Linder & Cyrill Krähenbühl)

15 Langfilme der letzten zwei Jahre (sowohl Spiel- als auch Dokumentarfilme), drei Klassiker und 18 Kurzfilme konnten während des Festivals entdeckt werden. Zum ersten Mal wurden die neuen Langfilme im Rahmen eines Wettbewerbs gezeigt. Eine dreiköpfige Jury – zusammengesetzt aus der Kuratorin Rasha Salti, der Filmjournalistin Catherine Silberschmidt und der Filmemacherin Yasmine Chouikh – hat am 29. November die Preisträgerinnen und Preisträger in den Kategorien «Bester Film» und «Beste Regie» mit einer eigens dafür geschaffenen Trophäe gekürt. Die Auszeichnung für den «Besten Film» hat Ala Eddine Slim für Tlamess (Tunesien/Frankreich 2019) erhalten. Ahmad Ghossein erhielt den Preis «Beste Regie» für seinen Film All This Victory (Libanon/Frankreich 2019).

Das Arab Film Festival Zurich ist eine Kooperation zwischen dem Verein International Arab Film Festival Zurich und dem Filmpodium Zürich.

Lulu Forever: the 2020 Louise Brooks Filmpodium Retrospective

Die Büchse der Pandora (Georg Wilhelm Pabst, Deutschland 1928)

Thomas Gladysz ist Autor zahlreicher Artikel über das frühe Kino sowie Verfasser des Buches Louise Brooks: the Persistent Star (2017).  Für das internationale Filmmagazin Film International hat er eine ausführliche und äusserst lesenswerte Besprechung unserer Louise Brooks-Reihe geschrieben, die Sie hier nachlesen können (auf Englisch). 

Editorial: Filmfeste und Abschiedsfeiern

Am 4. Oktober ist das 16. ZFF zu Ende gegangen. Unter der neuen künstlerischen Leitung von Christian Jungen hatte das europäische, allen voran das französische und Schweizer Filmschaffen einen besonderen Rang, und die zahlreichen daran beteiligten Gäste machten die Corona-bedingte Zurückhaltung der Stars aus Übersee wett. Dank der Breitenwirkung des ZFF haben viele Besucherinnen und Besucher nicht nur den Weg ins Kino wiedergefunden, sondern dabei die Erfahrung machen können, dass das Maskentragen im Saal eine selbstverständliche Geste mitmenschlicher Rücksichtnahme ist, um die kein Aufhebens gemacht werden muss. Für diese Sensibilisierung des Publikums – und die guten Filme! – danken wir dem ZFF herzlich. Unser eigenes Festival, das Arab Film Festival Zurich, das wir zusammen mit dem Verein International Arab Film Festival Zurich organisieren, feiert heuer seine 5. Ausgabe. Das biennale Festival präsentiert vom 19. bis 29. November die Vielfalt des engagierten Filmschaffens aus dem arabischen Kulturraum. Diesmal sind Marokko und Tunesien die Schwerpunktländer, aus denen auch Klassiker gezeigt werden und über deren aktuelles Filmschaffen mit Fachleuten diskutiert wird. Ob die zum Festival eingeladenen Filmschaffenden tatsächlich anreisen dürfen, um ihre Werke persönlich vorzustellen, wird sich erst kurzfristig entscheiden; gegebenenfalls werden wir auf Skype-Gespräche ausweichen. Bitte beachten Sie dazu unsere Website. „Editorial: Filmfeste und Abschiedsfeiern“ weiterlesen

FILMBUFF-QUIZ 2020 – SIND SIE BEREIT?

Am Freitag, dem 30. Oktober lädt das Filmpodium wieder Kinokenner und Filmfreundinnen ein, mental die Klingen zu kreuzen und abseits des Internets mit echtem Filmwissen zu brillieren. Für die Profis im Publikum gibt es Handicaps, damit engagierte Amateure gleiche Chancen haben, die attraktiven Preise zu gewinnen. Wie bei den TV-Vorbildern muss man beim Filmbuff-Quiz aber nicht selber mitspielen, um Spass zu haben. Man kann auch nur seine Lieblingskandidatinnen anfeuern – oder einfach die eingespielten Clips geniessen und Höhepunkte (und Peinlichkeiten) der Filmgeschichte Revue passieren lassen.

Aufgrund der grossen Nachfrage und der Covid-19-bedingt reduzierten Platzzahl empfehlen wir allen den Vorverkauf online oder an der Kasse.

Hier auf unserem Blog können Sie schon mal üben und Ihre Kenntnisse testen. Sind Sie bereit? „FILMBUFF-QUIZ 2020 – SIND SIE BEREIT?“ weiterlesen

Editorial: Back to Filmpodium

Hero (Zhang Yimou, China/Hongkong 2002)

Vielleicht freuen wir uns zu früh, aber wir wollen unsere Freude, solange sie währt, doch mit Ihnen teilen: Das Virus hat sich auch beim Filmpodium in den Eintrittszahlen niedergeschlagen, aber merklich weniger heftig als bei den kommerziellen Kinos. Im Juli und August verzeichneten wir knapp zwei Drittel des durchschnittlichen Publikumsvolumens der letzten Jahre. Das ist ansehnlich und liegt wohl daran, dass wir zum einen nicht von Premieren neuer Filme abhängig sind, die (noch) nicht gezeigt werden können, zum andern ein wirklich treues Stammpublikum haben. Diesem sind wir sehr dankbar – und bitten es gleichzeitig, auch wieder mehr zur Konkurrenz zu gehen, denn die Premierenkinos haben es dieses Jahr noch schwerer als sonst. Streaming ist pandemiehalber für immer mehr Menschen zur Norm in Sachen Filmkonsum geworden, und die Auswertungsfenster fürs Kino verkürzen sich zusehends. Manche Filme starten inzwischen gleichzeitig online und im Kino oder gar zuerst online, sodass die Säle ungewollt immer mehr Platz für Social Distancing aufweisen. Also kommen Sie bitte nicht nur «back to Filmpodium», sondern gehen Sie generell «back to cinema». „Editorial: Back to Filmpodium“ weiterlesen