Eine Delikatesse: Bruno Ganz im Interview

Wir haben wieder einen Schatz ausgegraben –  Michel Bodmer, heute stellvertretender Leiter des Filmpodiums und damals noch Moderator von Delikatessen, im Gespräch mit Bruno Ganz – und zwar „on location“ im Filmpodium Zürich.

Das Interview zum Film Die Ewigkeit und ein Tag von Theo Angelopoulos, der 1998 die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat, wurde im Mai 2001 ausgestrahlt, kurz nach dem 60. Geburtstag von Bruno Ganz.

(c) Schweizer Radio und Fernsehen SRF

Das erste Jahrhundert des Films: 1909 – 1999 im Überblick

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Ein Jahrhundertangebot: Rund 60 Filme für 50.–

Für unsere Reihe «Das erste Jahrhundert des Films» können Studierende und alle anderen in Ausbildung auch im Kalenderjahr 2019 wieder von einem neuen Spezial-Abo profitieren: Das Abo für 50 Franken gewährt freien Zutritt zu den rund 60 Filmen dieser Reihe. Das Jahrhundert-Abo ist gegen entsprechenden Ausweis an der Kinokasse erhältlich.

Einzelne Filme (siehe untenstehende Liste) werden durch Mitarbeitende und Studierende des Seminars für Filmwissenschaft der Universität Zürich eingeführt; die Termine werden laufend in der untenstehenden Liste nachgetragen.

Für das detaillierte Programm mit allen Spieldaten (2 Wochen vor Start der jeweiligen Reihe): www.filmpodium.ch “Das erste Jahrhundert des Films: 1909 – 1999 im Überblick” weiterlesen

Francis Reusser im Filmpodium

Am Sonntag, 24. Februar 2019 war Francis Reusser aus Anlass des Kinostarts seiner filmischen Rückschau auf sein Leben und sein Werk, La séparation des traces (2018), in Zürich im Kino Kosmos zu Gast.

Das Filmpodium nutzte die Gelegenheit um, ebenfalls in Anwesenheit des Regisseurs, zwei seiner Frühwerke zu zeigen, Vive la mort (1969) und Seuls (1981), jüngst restauriert von der Cinémathèque suisse.

1942 in Vevey geboren, war Francis Reusser mehr als die älteren Cineasten der Groupe 5 ein Angehöriger der 68er-Generation, der sich offen und laut gegen die herrschenden Verhältnisse auflehnte und explizit politische Themen ansprach. Auch war das Frauenbild in seinen Filmen differenzierter, vielleicht dank der Mitwirkung von Patricia Moraz und Christiane Grimm bei Reussers Drehbüchern.

Auch Fredi Murer liess sich die Gelegenheit nicht entgehen, seinen alten Freund in Zürich zu begrüssen. Das Gespräch mit Francis Reusser führte Franziska Trefzer, Dozentin an der Hochschule Luzern.

Adieu, Bruno Ganz

Auch in unserem Kino wird er fehlen: Bruno Ganz (1941–2019), hier zu sehen im Filmpodium im August 2002.

 

Bei uns wird er im April-Programm (Francis Ford Coppola gewidmet) in Youth Without Youth (2007) zu sehen sein. Und vorher noch im Rahmen der Woche der Nominierten in Fortuna (Germinal Roaux, Schweiz/Belgien 2018), am Dienstag, 19. März 2019 um 21.00 Uhr (das gesamte Programm finden Sie hier).

Einen wunderbaren Rückblick auf das Schaffen von Bruno Ganz von Michael Sennhauser finden Sie hier.

Ein spannendes Portrait hat die Sternstunde Kunst letzten Sonntag gesendet.

Volker Schlöndorff und Adolf Muschg erinnern sich in der NZZ an ihren Freund.

Neu: Programm-Pass

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Eine Programmreihe bei uns interessiert Sie ganz besonders, aber Sie haben kein Filmpodium-Abo? Wir schaffen Abhilfe: Ab sofort bieten wir für jede Programmperiode ein Abonnement für 60 Franken an, welches freien Zutritt zu allen Vorstellungen des aktuellen Angebots gewährt.

Dieser Programm-Pass kann ab dem Starttag einer Programmperiode an unserer Kinokasse bezogen werden.

Übrigens: Mit dem Besuch von nur 4 Vorstellungen ist der Preis des Programm-Passes bereits amortisiert…

Alle übrigen Abos und Vergünstigungen bleiben selbstverständlich in Kraft. Das Sommer-Abo (12 Wochen) kostet weiterhin 95 Franken.

Don’t Dream It – Be It!

Rund 170 Fans des Kultfilms The Rocky Horror Picture Show sind am 9. Februar ins Filmpodium gepilgert, um wieder einmal den Time Warp zu tanzen. Viele von ihnen folgten unserem Aufruf und waren passend kostümiert – an der Bar gab’s dafür gratis eine «Damn It, Janet!» (aka Bloody Mary). The Rocky Horror Picture Show ist ein Film zum Mitmachen: Zeitungshüte, Wasserpistolen, Handy-Taschenlampe (statt Feuerzeuge) – unser Publikum wusste genau, wie’s geht. (An dieser Stelle möchten wir ganz herzlich der Putztruppe danken, die sich am Morgen danach so richtig ins Zeug legen musste).

Der Abend wurde präsentiert in Zusammenarbeit mit Maximum Cinema. Vielen Dank an Simon Kümin (Maximum Cinema) für die tollen Bilder:

“Don’t Dream It – Be It!” weiterlesen

Simone Signoret: Eine Ergänzung zur aktuellen Filmreihe

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Simone Signoret hat Dutzende von Filmen gedreht, und während deren Qualität nicht immer über jeden Zweifel erhaben war, hat sie sich eigentlich immer gut aus der Affäre gezogen: Ihr beherrschtes, intelligentes Spiel machte ihre Figuren überzeugend, selbst wenn der Rahmen nicht immer stimmte.

Unsere Reihe hätte noch viele weitere bzw. andere Titel umfassen können. So ist etwa keine einzige Simenon-Adaption vertreten, obschon Signoret in dessen Universum der mehr oder weniger dunklen Grautöne bestens hineinpasste. Le chat (1971) von Pierre Granier-Deferre haben wir vor knapp einem Jahr im Rahmen der Jean-Gabin-Reihe gezeigt; von Granier-Deferres La veuve Couderc (1971), in dem Signoret sich erstmals neben Alain Delon behauptete, ist leider keine spielbare Kopie verfügbar. “Simone Signoret: Eine Ergänzung zur aktuellen Filmreihe” weiterlesen

EDITORIAL: Fussball und Sommer zum Trotz

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Es ist ja nicht so, dass Eintrittszahlen unser höchstes Gut oder unser einziges Erfolgskriterium wären. Helles Kindergelächter an einer Stummfilm-Vorführung für Familien, angeregte Diskussionen mit Filmschaffenden am 4th Arab Film Festival oder begeisterte Rückmeldungen von einzelnen Kinogästen zu wiedergesehenen und neu entdeckten Filmjuwelen sind für uns als Kuratorinnen und Kuratoren eine mindestens so willkommene Bestätigung. Dennoch sind Eintrittszahlen für das Kino im Allgemeinen und für das unsere im Besonderen auch ein Gradmesser für die im Digitalzeitalter nicht mehr garantierte Attraktivität dieses Mediums und unseres Programms. Als öffentliche, von Steuergeldern getragene Institution muss das Filmpodium die Verwendung dieser Gelder rechtfertigen, indem es für sein Service-public-Angebot ein Publikum findet. Es freut uns darum sehr, dass wir unsere Eintrittszahlen im dritten Jahr nacheinander halten konnten, umso mehr als die «gewerbliche» Kinobranche in der Schweiz schmerzhafte Einbussen verzeichnet. “EDITORIAL: Fussball und Sommer zum Trotz” weiterlesen

Wir empfehlen: HOMELAND (IRAQ YEAR ZERO)

Im Rahmen des 4th Arab Film Festival legten wir einen Schwerpunkt auf das Filmland Irak. Dieses wurde durch den Krieg eines großen Teils seines audiovisuellen Erbes beraubt, und in den heutigen Wirren kann sich keine nachhaltige Filmindustrie etablieren.

Einer der wenigen herausragenden irakischen Filme der Gegenwart, den wir gerne gezeigt hätten, der aber aus Längengründen keinen Platz im Festivalprogramm fand, ist Abbas Fahdels monumentales Werk Homeland (Iraq Year Zero) (2015). Nun ist dieser Brocken in der Reihe «Richtig lang» im Xenix zu sehen, mit einer Verpflegungspause zur Halbzeit, am 13. und 19.1.2019.

In zwei Teilen – Before the Fall (160′) und After the Battle (174′) schildert Fahdel den Alltag seiner Familie vor und nach dem Krieg und dem Sturz Saddam Husseins. Er macht einfühlbar, wie sich der irakische Mittelstand unter Saddam einschränkte und arrangierte, um trotz Diktatur und Embargos über die Runden zu kommen, und wie das dergestalt erkämpfte Leben durch den Einmarsch der Amerikaner und das darauffolgende Chaos zugrunde gerichtet wurde. Das Seherlebnis ist so, als würde man eine Reality-Serie (The Real Fahdels of Baghdad o. ä.) bingen: Man wird zum Zaungast einer irakischen Wirklichkeit, wie sie in den Newsmedien nie gezeigt wurde. Erfordert einen langen Atem, ist aber lohnend, auch als Ergänzung zu Samirs Iraqi Odyssey.

Michel Bodmer