Plakatgalerie

In einer Kooperation zwischen Filmpodium und der ZHdK haben 2015 erstmals Studierende ein Plakat für eine Filmreihe entworfen. Seither entstanden auf diese Weise Filmplakate zu den Reihen «Joan Crawford/Bette Davis», «Ida Lupino – Star und Regisseurin», «Remakes», «Cary Grant», «Hongkong Kino», «Federico Fellini», «Claudia Cardinale», «Maggie Smith», «4th Arab Film Festival Zurich», «François Truffaut», «Toshiro Mifune», «Luis Buñuel», «Louise Brooks» und aktuell das Plakat zu «La comédie».

In unserer Plakatgalerie finden Sie die Gewinnerplakate sowie die besten Entwürfe, die es auf die Shortlist der Jury geschafft haben. Die Jury besteht jeweils aus Dozentinnen und Dozenten der Zürcher Hochschule der Künste (Abteilung Design – Visuelle Kommunikation) und Mitarbeitenden des Filmpodiums. Die Anforderungen an die BachelorstudentInnen sind nicht gering: Sie müssen, in Gruppen oder alleine, einen Entwurf präsentieren, der sowohl als Plakat im Format F4 (Weltformat) wie auch als Tramplakat (ca. A4) funktioniert. Alle werbetechnisch wichtigen Informationen – Spieldaten, Ort, die Logos der Veranstalter und PartnerInnen – müssen geschickt und gut erkennbar platziert werden. Zudem muss der Vorschlag technisch, finanziell und im Hinblick auf geltende Urheberrechte umsetzbar sein.

Wir freuen uns, dass die Plakate auch ausserhalb der Stadt Zürich Beachtung finden – so beispielsweise das Plakat zur Ida-Lupino-Reihe von Elena Gabriel und Rebecca Wey, das 2016 als eines der 100 besten Plakate (aus Deutschland, Österreich und der Schweiz) ausgezeichnet wurde.


JULI – SEPTEMBER: LA COMÉDIE

Siegerplakat von Meret Mächler

Die Filmreihe “La comédie” widmet sich der “comédie française au féminin”, also der französischen Filmkomödie aus Frauenhand. Da gerade die weibliche Form der Komödie sich selten auf visuelle Gags stützt, sondern eher auf der psychologischen Gestaltung der Figuren beruht, wurde bald klar, dass ein Plakat für diese Reihe wohl nicht mit Filmbildern operieren würde. Vorgegeben waren zudem die Namen der Filmemacherinnen, deren Schaffen vertreten sein würde: Alice Guy-Blaché, Nelly Kaplan, Coline Serreau, Diane Kurys, Agnès Jaoui, Julie Delpy, Noémie Lvovsky, Josiane Balasko, Tonie Marshall, Valérie Lemercier, Anne Le Ny, Yolande Moreau und Danièle Thompson.


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Lumière Einladung: Komödien von Alice Guy-Blaché

Anlässlich der Filmreihe «La comédie» im kommenden Sommerprogramm vergibt das Filmpodium an alle Mitglieder des Fördervereins Lumière (gegen Vorweisen Ihres Lumière-Ausweises mit aktueller Jahresmarke an der Kinokasse) zwei Freikarten für Komödien von Alice Guy-Blaché am

Donnerstag, 9. Juli 2020 um 18:00 Uhr
Stummfilme mit André Desponds am Piano
Gesamtdauer: 69 Min.

Alice Guy-Blaché (1873–1968) war die erste und viele Jahre lang einzige Frau, die im französischen und amerikanischen Kino erfolgreich als Filmemacherin, Autorin und Produzentin arbeitete. Die Auswahl reicht von der frontal abgefilmten komischen Hundenummer von Miss Dundee (Les chiens savants, 1902) über den Kampf mit der Tücke des Objekts (Die Maus in der Krinoline, Une histoire roulante, beide 1906), die noch in Frankreich entstanden, bis zu eigentlichen Kurzspielfilmen, die sie mit ihrer eigenen Produktionsfirma Solax in den USA realisierte. In Canned Harmony (1911) und Cupid and the Comet (1911) müssen die Töchter uneinsichtige Väter überlisten, in Matrimony’s Speed Limit (1913) bringt eine reiche junge Frau ihren beschämten, da bankrottgegangenen Bräutigam mit einem an Buster Keatons Seven Chances gemahnenden Trick dazu, sie doch noch zu heiraten, während im satirischen Making an American Citizen (1912) ein Einwanderer durch einen kurzen Gefängnisaufenthalt lernt, seine Frau wertzuschätzen.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie auf der Website des Filmpodiums.

Das Sommerabo ist wieder da!

Vom 11.6. bis zum 20.9. können Sie mit dem Sommer-Abo alle Filme unserer Reihe mit dem unverwüstlichen Robert Redford – sei es als blendend aussehender Darsteller oder als politisch engagierter Regisseur -, alle französischen Comédies von Alice Guy-Blaché (mit live Musik) bis zu Anne Le Ny und Julie Deply sowie die Jahrhundertfilme aus vier Jahrzehnten à discrétion geniessen. Kurz: einfach alles, was diesen Sommer über unsere Leinwand flimmert.

Das Sommer-Abo ist schon jetzt an der Kinokasse erhältlich – und ab sofort gültig, also auch für die Kirk Douglas-Filme.

Das erste Jahrhundert des Films: 1970

M*A*S*H (Robert Altman, USA)

In Vietnam ist die Moral der US-amerikanischen Truppen auf einem Tiefpunkt; Präsident Nixon beginnt zwar mit dem versprochenen Rückzug, sendet 1970 aber Truppen zur erweiterten Kriegsfront nach Kambodscha, woraufhin es zur grössten Antikriegsdemonstration in den USA kommt. Bevor der Vietnamkrieg in Filmen explizit thematisiert wird, taucht er als Subtext auf, in diesem Jahr etwa in zwei bahnbrechenden New-Hollywood-Filmen: In Robert Altmans M*A*S*H sind die Anspielungen der im Koreakrieg angesiedelten Handlung auf den Vietnamkrieg unübersehbar. Die subversive Antikriegskomödie spaltet die Nation denn auch wie kaum ein anderer Film: Kriegsbefürworter rufen zum Boykott auf, während Kriegsgegner ihm zu einem nie erwarteten kommerziellen Erfolg verhelfen. Arthur Penn wiederum macht im bitterbösen Antiwestern Little Big Man mit einer überaus kritischen Sicht auf die Rolle der US-Armee auch seine Anti-Vietnamkriegs-Haltung deutlich. Ein weiterer Antiwestern kommt vom chilenischen Filmemacher Alejandro Jodorowsky: Sein surrealer El Topo ist ein intensiver Rausch der Fantasie, der zu einem Manifest der Hippie-Kultur wird und als Midnight-Movie Kultstatus erlangt. Einen Skandal entfacht in diesem Jahr Donald Cammells und Nicolas Roegs Performance, ein klassisches Gangster-Movie in der ersten Hälfte, ein psychedelischer Cocktail aus Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll in der zweiten. Das subversive Werk floppt, wird aber mit der Zeit ebenfalls zum typischen Midnight-Movie und gilt heute als verkannter Klassiker. Bernardo Bertolucci gelingt mit Il conformista der Durchbruch: Sein eleganter Politthriller ist eine Abrechnung mit der Generation der Väter und dem Faschismus. Und Kurt Früh überzeugt mit Dällebach Kari: Der eindrucksvolle Film ist mit seinem bei allem humoristischen Schwung doch sehr melancholischen Unterton einer seiner poetischsten Filme und gilt auch heute noch als Meisterwerk.

  • Zabriskie Point (Michelangelo Antonioni, USA)
  • Woodstock (Michael Wadleigh, USA)
  • Wanda (Barbara Loden, USA)
  • Tristana (Luis Buñuel, Sp/I/F)
  • Rote Sonne (Rudolf Thome, BRD)
  • Patton (Franklin J. Schaffner, USA)
  • Les choses de la vie (Claude Sautet, F)
  • Le fou (Claude Goretta, CH)
  • Le cercle rouge (Jean-Pierre Melville, F/I)
  • L’aveu (Costa-Gavras, F/I)
  • Husbands (John Cassavetes, USA)
  • Hospital (Frederick Wiseman, USA)
  • Gimme Shelter (Albert Maysles u. a., USA)
  • Five Easy Pieces (Bob Rafelson, USA)
  • Deep End (Jerzy Skolimowski, GB/BRD)
  • Catch-22 (Mike Nichols, USA)
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Das erste Jahrhundert des Films: 1960

Psycho (Alfred Hitchcock, USA)

Zehn Jahre später sind Freiheit und Unfreiheit die beherrschenden Themen: Zahlreiche afrikanische Kolonialstaaten werden unabhängig und in den USA beginnt mit der Wahl von John F. Kennedy zum Präsidenten eine neue Ära. JFKs Vorwahlkampf steht im Mittelpunkt von Robert Drews Dokumentarfilm Primary. Um mit der Kamera und der Technik möglichst unsichtbar zu bleiben, entwickelt Drew Kameras und Tonbandgeräte, die kleiner und leichter zu handhaben sind als frühere Apparate, und wird damit zum Pionier des Direct Cinema. Einen gewaltigen Schock löst in diesem Jahr ein mit einem kleinen TV-Team und unter grösster Geheimhaltung gedrehter Schwarzweissfilm aus: Alfred Hitchcocks Psycho bricht mit den Sehgewohnheiten des Publikums, wird zum Klassiker und brennt sich unauslöschlich ins kulturelle Gedächtnis ein. Ein weiterer Psychothriller kündet im britischen Kino einen Epochenwechsel an: Michael Powells selbstreflexiver Peeping Tom löst bei seiner Premiere einen ungeheuren Skandal aus und zerstört Powells Karriere; rückblickend gesehen, ist das ein erstaunlich moderner Film über den Zusammenhang von Schaulust, Todessehnsucht und sexueller Neurose. Karel Reisz rückt in seinem Spielfilmdebüt Saturday Night and Sunday Morning die Arbeiterklasse ins Zentrum und sein aufmüpfiger Held wird zur Symbolfigur der unzufriedenen britischen Nachkriegsgeneration. Eine Mischung aus subtilem Horror und Märchen schafft Georges Franju mit Les yeux sans visage – auch wenn es heute nicht mehr zu Ohnmachtsanfällen wie 1960 kommen wird, jagen einem die gespenstischen Bilder noch immer einen Schauer über den Rücken. Und mit einer explosiven Mischung aus Psychothriller und surrealem Gesellschaftsdrama überrascht schliesslich Kim Ki-young: Hanyo ist bis heute aussergewöhnlich in seiner intensiven Darstellung von mörderischen und sexuellen Obsessionen.

  • Zazie dans le métro (Louis Malle, F)
  • Tirez sur le pianiste (François Truffaut, F)
  • The Magnificient Seven (John Sturges, USA)
  • The Apartment (Billy Wilder, USA)
  • Spätherbst (Akibiyori) (Yasujiro Ozu, J)
  • Spartacus (Stanley Kubrick, USA)
  • Rocco e i suoi fratelli (Luchino Visconti, I)
  • Plein soleil (René Clément, F)
  • Le trou (Jacques Becker, F)
  • La verité (Henri-Georges Clouzot, F)
  • La dolce vita (Federico Fellini, I)
  • L’avventura (Michelangelo Antonioni, I)
  • Die nackte Insel (Hadaka no shima) (Kaneto Shindo, J)
  • Die Jungfrauenquelle (Jungfrukällan) (Ingmar Bergman, S)
  • Die Bösen schlafen gut (Warui yatsu hodo yoku nemuru) (Akira Kurosawa, J)
  • A bout de souffle (Jean-Luc Godard, F)
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Editorial: Jeder streamt für sich allein

The Natural (Berry Levinson, USA 1984)

Die Corona-Pandemie, die Mitte März auch zur Schliessung des Filmpodiums führte, hat unter anderem einen Wertewandel mit sich gebracht, dessen Nachhaltigkeit noch nicht abzusehen ist. Während das Klima die Verschnaufpause genoss, hat sich vieles nicht eben zum Besseren gewendet: Der ÖV, bisher als ökologisches Massentransportmittel gefeiert, gilt neu als fahrendes Virenreservoir; der verpönte motorisierte Individualverkehr feiert ein Comeback als sozial distanzierter Reigen mobiler Blechdosen. Wiederverwendung ist out; wir schwelgen in Wegwerfware. Trotz Globalisierung wurden Grenzen geschlossen, aber die Digitalisierung triumphierte: Gemeinschaft stiftende Kulturveranstaltungen entfielen, während die Isolation zu Hause den Streaming-Plattformen Rekordumsätze bescherte.

Nun also kehren wir schrittweise zu analogen Erlebnissen zurück, auch gemeinsamen, mit gebührender Vorsicht und gebotenen Schutzmassnahmen. Ob die Kinobranche, die schon vor dem Auftreten von Covid-19 krankte, sich während des Lockdown teilweise auf der Internetkonkurrenz abstützen und vom Staat finanziell beatmet werden musste, in der neuen Normalität wieder auf die Beine kommt, wird sich weisen. Das Filmpodium jedenfalls zeigt nach wie vor ein Programm, das bei Netflix & Co nicht zu finden ist.

Auch in unserem Kino gelten die mittlerweile gewohnten Abstandsregeln und Hygienevorkehrungen, um Sie und unsere Mitarbeitenden zu schützen. Die Sitzplätze sind ab sofort nummeriert. Nur unsere Lounge bleibt vorerst zu, und Verweilen im Foyer und an der Bar ist derzeit nicht angesagt. Trotz dieser Einschränkungen hoffen wir, dass Sie den Weg zurück an die Nüschelerstrasse wagen. Das detaillierte Schutzkonzept finden Sie auf unserer Website.

Als Auftakt im Juni haben wir vier Filme von Kirk Douglas programmiert, die im Frühling ausgefallen sind. Dieses reduzierte Angebot soll Ihnen und uns die Chance geben, sich mit den veränderten Gegebenheiten vertraut zu machen und neue Abläufe zu testen und zu optimieren. Ab Juli dann bieten wir wieder ein Vollprogramm. Krisengerecht haben wir uns für ein eher sommerlich-unbeschwertes Angebot entschieden: Neben französischen «comédies» von Filmemacherinnen gibt es klassisches Star-Kino mit und von Robert Redford. Die Meilensteine von 1940 und 1950 aus der Reihe «Das erste Jahrhundert des Films» sind nicht der Viruspause zum Opfer gefallen; wir zeigen sie jetzt, gefolgt von den besten Filmen von 1960 und 1970. Unser Sommerabo ist ebenfalls wieder da – und Sie hoffentlich auch.

Michel Bodmer

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Willkommen zurück!

Der Bundesrat hat am 27. Mai entschieden, dass Kinos ab dem 6. Juni wieder den Betrieb aufnehmen können, unter Einhaltung der gebotenen Schutzmassnahmen.

Auch im Filmpodium, das am 11. Juni seine Tore wieder öffnet, gelten nun die mittlerweile gewohnten Abstandsregeln und Hygienevorkehrungen, um Sie und unsere Mitarbeitenden zu schützen. Die Sitzplätze sind ab sofort nummeriert; nur Personen, die im gleichen Haushalt wohnen, dürfen auch im Kino beisammensitzen. Unsere Lounge bleibt vorerst geschlossen, und längeres Verweilen im Foyer und an der Bar ist bis auf Weiteres nicht angesagt.

Trotz dieser Einschränkungen hoffen wir, dass Sie den Weg zurück an die Nüschelerstrasse wagen. Bitte beachten Sie die besonderen Anfangszeiten! Diese erlauben uns, längere Pausen zwischen den Vorstellungen zu machen; die neuen Abläufe beim Ticketverkauf und Einlass usw. brauchen mehr Zeit. Das detaillierte Schutzkonzept finden Sie auf unserer Website.
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Frances McDormand, Billy Bob Thornton und Joel & Ethan Coen zu «The Man Who Wasn’t There»

English text below

Die Coens und der Film noir – das ist eine alte Liebesgeschichte, die 1984 mit Blood Simple begann, sich in Miller’s Crossing (1990), Fargo (1996) und The Big Lebowski (1998) fortsetzte und in The Man Who Wasn’t There einen lakonischen, kongenial schwarzweißen Höhepunkt erreichte. Bei den Gruppengesprächen zum Film in Cannes 2001 erwies sich die große Frances McDormand als diejenige, die die vernünftigsten Aussagen machte. Billy Bob Thornton schwebte damals auf Wolke sieben wegen seiner Frau Angelina Jolie, deren Blut er um den Hals trug, und die Coens waren für ihre Begriffe zwar gesprächig, aber wie immer mehrheitlich vage, aber unterhaltsam.

Frances McDormand, Billy Bob Thornton and Joel & Ethan Coen on The Man Who Wasn’t There

The Coens and film noir – that old love story began in 1984 with Blood Simple, continued in Miller’s Crossing (1990), Fargo (1996) and The Big Lebowski (1998) and reached a laconic, appropriately black-and-white climax in The Man Who Wasn’t There. At the round tables for the film at Cannes in 2001, the great Frances McDormand proved to be the source of the most sensible statements. Billy Bob Thornton was floating on cloud nine at the time because of his wife Angelina Jolie, whose blood he was wearing around his neck, and the Coens were talkative by their standards but as always mostly vague, albeit entertaining.

Das erste Jahrhundert des Films: 1950

All About Eve (Joseph L. Mankiewicz, USA)

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges setzt der Kalte Krieg ein; 1950 führt der Krieg zwischen Nord- und Südkorea zur Intervention der USA. In dieser Zeit wird die innenpolitische Stimmung in den USA von Senator McCarthy und der Suche nach angeblichen Kommunisten aufgeheizt – die Studios beugen sich dem Druck und die schwarze Liste ist geboren. Ein herausragender Oscar-Triumph aus diesem Jahr handelt von den Intrigen und der Unmenschlichkeit hinter den Kulissen des Theatergeschäfts: Joseph L. Mankiewicz hinterfragt im hochkarätig besetzten All About Eve das Showbusiness und seine Stars mit bissiger Ironie. John Ford dagegen bringt in einer Mischung aus klassischem Western und hintergründigem Familiendrama Rio Grande auf die Leinwand, den letzten Teil seiner Kavallerie-Trilogie, die als grosse Auseinandersetzung mit der Entstehung der USA in den Jahren nach dem traumatisierenden Bürgerkrieg gilt. Währenddessen überträgt Jean Cocteau im poetischen Orphée den Orpheus-Mythos ins Nachkriegs-Frankreich und kreiert mit einfachen filmischen Mitteln eine mysteriöse Welt aus Halbschatten, in der sich Spiegel als Tür zum Jenseits öffnen und das Irreale in den Realismus der alltäglichen Bilder drängt.

  • Winchester ’73 (Anthony Mann, USA)
  • The Sound of Fury (Cyril Endfield, USA)
  • The Breaking Point (Michael Curtiz, USA)
  • Sunset Boulevard (Billy Wilder, USA)
  • Schwarzwaldmädel (Hans Deppe, BRD)
  • Rashomon (Akira Kurosawa, J)
  • No Way Out (Joseph L. Mankiewicz, USA)
  • Night and the City (Jules Dassin, USA)
  • Los olvidados (Luis Buñuel, Mexiko)
  • La ronde (Max Ophüls, F)
  • In a Lonely Place (Nicholas Ray, USA)
  • Harvey (Henry Koster, USA)
  • Cinderella (Clyde Geronimi, USA)
  • Gun Crazy (Joseph H. Lewis, USA)
  • Gone to Earth (Michael Powell, Emeric Pressburger, GB/USA)
  • Das kalte Herz (Paul Verhoeven, DDR)
  • Born Yesterday (George Cukor, USA)
  • Asphalt Jungle (John Huston, USA)

Weitere wichtige Filme von 1950:
Asphalt Jungle (John Huston, USA)
Born Yesterday (George Cukor, USA)
Cinderella (Clyde Geronimi, USA)
Das kalte Herz (Paul Verhoeven, DDR)
Gone to Earth (Michael Powell, Emeric Pressburger, GB/USA)
Gun Crazy (Joseph H. Lewis, USA)
Harvey (Henry Koster, USA)
In a Lonely Place (Nicholas Ray, USA)
La ronde (Max Ophüls, F)
Los olvidados (Luis Buñuel, Mexiko)
Night and the City (Jules Dassin, USA)
No Way Out (Joseph L. Mankiewicz, USA)
Rashomon (Akira Kurosawa, J)
Schwarzwaldmädel (Hans Deppe, BRD)
Sunset Boulevard (Billy Wilder, USA)
The Breaking Point (Michael Curtiz, USA)
The Sound of Fury (Cyril Endfield, USA)
Winchester ’73 (Anthony Mann, USA)

Ang Lee zu «The Ice Storm»

The Ice Storm (Ang Lee, USA 1997)

English text below

Rick Moodys autobiografisch gefärbter Roman The Ice Storm erschien 1994 und schildert die emotionalen und sexuellen Wirren zwischen benachbarten Familien im reichsten Ort der USA, New Canaan, Connecticut, anno 1973. Das Buch ist aus den wechselnden Perspektiven der acht Hauptfiguren geschrieben, die den Ereignissen sehr unterschiedlich gegenüberstehen. Als jemand, der 1977 einige Zeit in New Canaan zugebracht hatte, war ich von dem Roman ganz besonders fasziniert. Eine Verfilmung konnte ich mir nicht vorstellen, da die Vorlage derart von den wechselnden Subjektivitäten geprägt war. Ang Lee, Spezialist für Dramen um dysfunktionale Familien, hat es 1997 dennoch gewagt und sein Film, den er in Cannes präsentierte, zeigt ganz andere Stärken und Schwächen als der Roman.

Rick Moody’s autobiographical novel The Ice Storm, published in 1994, describes emotional and sexual turmoil between neighbouring families in the wealthiest town in the U.S., New Canaan, Connecticut, in 1973, and is written from the changing points of view of the eight protagonists, who regard the unfolding events in very different ways. As someone who had spent time in New Canaan in 1977, I found the novel particularly compelling. I couldn’t imagine a film adaptation, because the original was so determined by the alternating subjectivities. Ang Lee, a specialist for dramas about dysfunctional families, went ahead anyway and filmed Moody’s book in 1997. The resulting movie, which he presented in Cannes, has completely different strengths and weaknesses than the novel.