DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1958

Vertigo (1958)
Vertigo (1958)

Auf dem ersten Platz der bedeutenden «Greatest Films of All Time»-Liste der britischen Filmzeitschrift «Sight & Sound» steht aktuell Vertigo – kaum zu glauben, dass der virtuos inszenierte Hitchcock-Thriller, der heute als einer der einflussreichsten Filme überhaupt umschwärmt wird, in seiner Zeit unverstanden war und lange ein Schattendasein führte. Ein anderer Regisseur, dessen Filme auch nach sechzig Jahren zu den ewig Besten zählen, ist Orson Welles. Sein Touch of Evil ist ein vielschichtiges Porträt menschlicher Beweg- und Abgründe, das nicht zuletzt wegen der verblüffenden Eröffnungssequenz in die Filmgeschichte eingegangen ist. Während Welles Vertigo gehasst haben soll, war Hitchcock von Touch of Evil so beeindruckt, dass er dessen Darstellerin Janet Leigh umgehend für Psycho (1960) engagierte. “DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1958” weiterlesen

DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1948

The Red Shoes (1948)
The Red Shoes (1948)

1948 lag ein Grossteil Europas in Trümmern – gerade vor diesem Hintergrund erreicht der Neorealismus seinen Höhepunkt mit zwei Werken, die Filmemacher in aller Welt inspirieren werden: In Ladri di biciclette erzählt Vittorio De Sica eine ergreifend schlichte Geschichte, die das Elend im Nachkriegsitalien eindringlich festhält, und mit La terra trema zeigt Luchino Visconti ein Drama über den Kampf sizilianischer Fischer gegen die Ausbeutung als beispielhafte Fusion von Realismus und Opernhaftigkeit. “DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1948” weiterlesen

DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1987

Wall Street,
Wall Street, Oliver Stone (USA)

Mit Wall Street und RoboCop gelangen den Regisseuren Oliver Stone und Paul Verhoeven entlarvende Zeitdokumente der achtziger Jahre, der Yuppie-Kultur und des politischen Klimas gegen Ende des Kalten Krieges. So gut sie damals als zynische Satiren auf die USA ihrer Entstehungszeit funktionierten, so aktuell sind sie im Spiegel der gegenwärtigen US-Regierung. Gordon Gekkos überhebliches Siegerlachen aus Wall Street lässt sich leicht auf die Strategen im Weissen Haus übertragen, und wenn in RoboCop Ronald Reagans Ost-West-Politik ironisch kommentiert wird, kommen einem unweigerlich die Drohgebärden Donald Trumps gegen Nordkorea in den Sinn. Ob die politische Realität die Karikaturen dabei ein- oder gar überholt hat, ist eine schmerzliche Frage, die sich nun im Kino stellen lässt.

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DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1957

Bäckerei Zürrer, Kurt Früh (CH)
Bäckerei Zürrer, Kurt Früh (CH)

An Vittorio De Sica und Pietro Germi orientiert sich Kurt Früh in Bäckerei Zürrer, seinem Porträt der Zürcher Langstrasse, das sich in der genauen Beobachtung des sozialen Milieus dezidiert von den früheren Kleinbürgerfilmen des Regisseurs abhebt. Mit Werken wie Michelangelo Antonionis Il grido und seiner stilisierten Bildsprache bahnen sich gleichzeitig in Italien bereits die Nachfolger des Neorealismus ihren Weg. Die existenzialistische Auseinandersetzung mit der Psychologie seiner Hauptfigur steht auch im Zentrum von Ingmar Bergmans Wilde Erdbeeren und Das siebente Siegel. Beide Cineasten gehören zu einer neuen, vielgestaltigen Autorengeneration in Europa, die ihren dominantesten Ausdruck bald darauf in der französischen Nouvelle Vague finden wird. “DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1957” weiterlesen

DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1947

The Lady from Shanghai, Orson Welles (USA)
The Lady from Shanghai, Orson Welles (USA)

Bereits 1946 konstatierte Wolfgang Staudte: Die Mörder sind unter uns. Sprach jener erste Trümmerfilm noch direkt die Kriegsverbrechen an, spiegelt sich ein Jahr später die jüngere Vergangenheit verstärkt in Kriminalhandlungen aus Mord und Betrug. So lotet Orson Welles’ The Lady from Shanghai die Abgründe menschlichen Seins zwischen Lust, Habgier und Verrat aus, bis am Ende im Spiegelkabinett die Fassaden der Hauptfiguren sprichwörtlich zerbrechen. Nicht allein in den USA machen sich die Erinnerungen an die Schrecken des Krieges und seine Folgen in den Schattenwelten des Film noir breit: Carol Reeds Odd Man Out und Henri-Georges Clouzots Quai des Orfèvres spielen in den Strassen von Belfast und Paris und zeichnen sich nebst der expressiven Schwarzweissfotografie durch einen Nachkriegsrealismus aus, wie ihn Paul Schrader als charakteristisch für den Film noir jener Zeit ansieht. “DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1947” weiterlesen

A Conversation with David Cronenberg

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Zum Kinostart von David Cronenbergs «The Fly» (1986) hat Michel Bodmer, heute stellvertretender Leiter des Filmpodiums Zürich und damals Journalist beim Filmbulletin, gemeinsam mit seiner Kollegin Christa Telles (Szene) den kanadischen Regisseur in Hamburg interviewt. Das vollständige Transkript des Gesprächs können Sie nun auf dem Blog des Filmpodiums nachlesen, anlässlich der Aufführungen von «The Fly» als Teil der Programmreihe «Das erste Jahrhundert des Films: 1986». Im Interview spricht Cronenberg über seinen Bezug zum Genre des Horrorfilms, seiner romantischen Ader, den Unterschied zwischen Fantasie und Furcht und der Möglichkeit eines Sequels (es gibt tatsächlich ein Sequel von Cronenbergs erfolgreichstem Film aus dem Jahre 1989 – The Fly II. Gemäss dem Regisseur wurden seine eigenen Pläne für eine Überarbeitung des Films, an denen er seit 2011 gearbeitet hat, nie verwirklicht).

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Das erste Jahrhundert des Films: 1956

Eine Weiterführung unserer Jahrhundertreihe.

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