Das erste Jahrhundert des Films: 1980

Raging Bull (Martin Scorsese, USA 1980)

Während der sowjetische Einmarsch in Afghanistan weltweit Proteste hervorruft und den Ost-West-Konflikt verschärft, demonstrieren in Zürich Jugendliche gegen die Kulturpolitik der Stadt: Die Opernhaus-Krawalle sind die Initialzündung für die Jugendunruhen in der ganzen Schweiz. In diesem Jahr erobert Raging Bull die Leinwand, Martin Scorseses wuchtiges Porträt des legendären Boxers Jake LaMotta, der sich mit allen Mitteln nach oben kämpft und all das verliert, wofür es sich – dem amerikanischen Traum gemäss – zu leben lohnt. Scorsese gelingt mit diesem hauptsächlich in Schwarzweiss gehaltenen Drama einer der einflussreichsten amerikanischen Filme überhaupt. Um der Atmosphäre willen dreht David Lynch seinen zweiten Spielfilm ebenfalls in Schwarzweiss: Sein tief bewegender Elephant Man etabliert ihn als Regisseur in Hollywood und zählt bis heute zu den grossen humanistischen Meisterwerken der Filmgeschichte. “Das erste Jahrhundert des Films: 1980” weiterlesen

Das erste Jahrhundert des Films: 1970

M*A*S*H (Robert Altman, USA)

In Vietnam ist die Moral der US-amerikanischen Truppen auf einem Tiefpunkt; Präsident Nixon beginnt zwar mit dem versprochenen Rückzug, sendet 1970 aber Truppen zur erweiterten Kriegsfront nach Kambodscha, woraufhin es zur grössten Antikriegsdemonstration in den USA kommt. Bevor der Vietnamkrieg in Filmen explizit thematisiert wird, taucht er als Subtext auf, in diesem Jahr etwa in zwei bahnbrechenden New-Hollywood-Filmen: In Robert Altmans M*A*S*H sind die Anspielungen der im Koreakrieg angesiedelten Handlung auf den Vietnamkrieg unübersehbar. Die subversive Antikriegskomödie spaltet die Nation denn auch wie kaum ein anderer Film: Kriegsbefürworter rufen zum Boykott auf, während Kriegsgegner ihm zu einem nie erwarteten kommerziellen Erfolg verhelfen. Arthur Penn wiederum macht im bitterbösen Antiwestern Little Big Man mit einer überaus kritischen Sicht auf die Rolle der US-Armee auch seine Anti-Vietnamkriegs-Haltung deutlich. Ein weiterer Antiwestern kommt vom chilenischen Filmemacher Alejandro Jodorowsky: Sein surrealer El Topo ist ein intensiver Rausch der Fantasie, der zu einem Manifest der Hippie-Kultur wird und als Midnight-Movie Kultstatus erlangt. Einen Skandal entfacht in diesem Jahr Donald Cammells und Nicolas Roegs Performance, ein klassisches Gangster-Movie in der ersten Hälfte, ein psychedelischer Cocktail aus Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll in der zweiten. Das subversive Werk floppt, wird aber mit der Zeit ebenfalls zum typischen Midnight-Movie und gilt heute als verkannter Klassiker. Bernardo Bertolucci gelingt mit Il conformista der Durchbruch: Sein eleganter Politthriller ist eine Abrechnung mit der Generation der Väter und dem Faschismus. Und Kurt Früh überzeugt mit Dällebach Kari: Der eindrucksvolle Film ist mit seinem bei allem humoristischen Schwung doch sehr melancholischen Unterton einer seiner poetischsten Filme und gilt auch heute noch als Meisterwerk.

  • Zabriskie Point (Michelangelo Antonioni, USA)
  • Woodstock (Michael Wadleigh, USA)
  • Wanda (Barbara Loden, USA)
  • Tristana (Luis Buñuel, Sp/I/F)
  • Rote Sonne (Rudolf Thome, BRD)
  • Patton (Franklin J. Schaffner, USA)
  • Les choses de la vie (Claude Sautet, F)
  • Le fou (Claude Goretta, CH)
  • Le cercle rouge (Jean-Pierre Melville, F/I)
  • L’aveu (Costa-Gavras, F/I)
  • Husbands (John Cassavetes, USA)
  • Hospital (Frederick Wiseman, USA)
  • Gimme Shelter (Albert Maysles u. a., USA)
  • Five Easy Pieces (Bob Rafelson, USA)
  • Deep End (Jerzy Skolimowski, GB/BRD)
  • Catch-22 (Mike Nichols, USA)
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Das erste Jahrhundert des Films: 1960

Psycho (Alfred Hitchcock, USA)

Zehn Jahre später sind Freiheit und Unfreiheit die beherrschenden Themen: Zahlreiche afrikanische Kolonialstaaten werden unabhängig und in den USA beginnt mit der Wahl von John F. Kennedy zum Präsidenten eine neue Ära. JFKs Vorwahlkampf steht im Mittelpunkt von Robert Drews Dokumentarfilm Primary. Um mit der Kamera und der Technik möglichst unsichtbar zu bleiben, entwickelt Drew Kameras und Tonbandgeräte, die kleiner und leichter zu handhaben sind als frühere Apparate, und wird damit zum Pionier des Direct Cinema. Einen gewaltigen Schock löst in diesem Jahr ein mit einem kleinen TV-Team und unter grösster Geheimhaltung gedrehter Schwarzweissfilm aus: Alfred Hitchcocks Psycho bricht mit den Sehgewohnheiten des Publikums, wird zum Klassiker und brennt sich unauslöschlich ins kulturelle Gedächtnis ein. Ein weiterer Psychothriller kündet im britischen Kino einen Epochenwechsel an: Michael Powells selbstreflexiver Peeping Tom löst bei seiner Premiere einen ungeheuren Skandal aus und zerstört Powells Karriere; rückblickend gesehen, ist das ein erstaunlich moderner Film über den Zusammenhang von Schaulust, Todessehnsucht und sexueller Neurose. Karel Reisz rückt in seinem Spielfilmdebüt Saturday Night and Sunday Morning die Arbeiterklasse ins Zentrum und sein aufmüpfiger Held wird zur Symbolfigur der unzufriedenen britischen Nachkriegsgeneration. Eine Mischung aus subtilem Horror und Märchen schafft Georges Franju mit Les yeux sans visage – auch wenn es heute nicht mehr zu Ohnmachtsanfällen wie 1960 kommen wird, jagen einem die gespenstischen Bilder noch immer einen Schauer über den Rücken. Und mit einer explosiven Mischung aus Psychothriller und surrealem Gesellschaftsdrama überrascht schliesslich Kim Ki-young: Hanyo ist bis heute aussergewöhnlich in seiner intensiven Darstellung von mörderischen und sexuellen Obsessionen.

  • Zazie dans le métro (Louis Malle, F)
  • Tirez sur le pianiste (François Truffaut, F)
  • The Magnificient Seven (John Sturges, USA)
  • The Apartment (Billy Wilder, USA)
  • Spätherbst (Akibiyori) (Yasujiro Ozu, J)
  • Spartacus (Stanley Kubrick, USA)
  • Rocco e i suoi fratelli (Luchino Visconti, I)
  • Plein soleil (René Clément, F)
  • Le trou (Jacques Becker, F)
  • La verité (Henri-Georges Clouzot, F)
  • La dolce vita (Federico Fellini, I)
  • L’avventura (Michelangelo Antonioni, I)
  • Die nackte Insel (Hadaka no shima) (Kaneto Shindo, J)
  • Die Jungfrauenquelle (Jungfrukällan) (Ingmar Bergman, S)
  • Die Bösen schlafen gut (Warui yatsu hodo yoku nemuru) (Akira Kurosawa, J)
  • A bout de souffle (Jean-Luc Godard, F)
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Das erste Jahrhundert des Films: 1950

All About Eve (Joseph L. Mankiewicz, USA)

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges setzt der Kalte Krieg ein; 1950 führt der Krieg zwischen Nord- und Südkorea zur Intervention der USA. In dieser Zeit wird die innenpolitische Stimmung in den USA von Senator McCarthy und der Suche nach angeblichen Kommunisten aufgeheizt – die Studios beugen sich dem Druck und die schwarze Liste ist geboren. Ein herausragender Oscar-Triumph aus diesem Jahr handelt von den Intrigen und der Unmenschlichkeit hinter den Kulissen des Theatergeschäfts: Joseph L. Mankiewicz hinterfragt im hochkarätig besetzten All About Eve das Showbusiness und seine Stars mit bissiger Ironie. John Ford dagegen bringt in einer Mischung aus klassischem Western und hintergründigem Familiendrama Rio Grande auf die Leinwand, den letzten Teil seiner Kavallerie-Trilogie, die als grosse Auseinandersetzung mit der Entstehung der USA in den Jahren nach dem traumatisierenden Bürgerkrieg gilt. Währenddessen überträgt Jean Cocteau im poetischen Orphée den Orpheus-Mythos ins Nachkriegs-Frankreich und kreiert mit einfachen filmischen Mitteln eine mysteriöse Welt aus Halbschatten, in der sich Spiegel als Tür zum Jenseits öffnen und das Irreale in den Realismus der alltäglichen Bilder drängt.

  • Winchester ’73 (Anthony Mann, USA)
  • The Sound of Fury (Cyril Endfield, USA)
  • The Breaking Point (Michael Curtiz, USA)
  • Sunset Boulevard (Billy Wilder, USA)
  • Rashomon (Akira Kurosawa, J)
  • Schwarzwaldmädel (Hans Deppe, BRD)
  • No Way Out (Joseph L. Mankiewicz, USA)
  • Night and the City (Jules Dassin, USA)
  • Los olvidados (Luis Buñuel, Mexiko)
  • La ronde (Max Ophüls, F)
  • In a Lonely Place (Nicholas Ray, USA)
  • Harvey (Henry Koster, USA)
  • Cinderella (Clyde Geronimi, USA)
  • Gun Crazy (Joseph H. Lewis, USA)
  • Gone to Earth (Michael Powell, Emeric Pressburger, GB/USA)
  • Das kalte Herz (Paul Verhoeven, DDR)
  • Born Yesterday (George Cukor, USA)
  • Asphalt Jungle (John Huston, USA)

Weitere wichtige Filme von 1950:
Asphalt Jungle (John Huston, USA)
Born Yesterday (George Cukor, USA)
Cinderella (Clyde Geronimi, USA)
Das kalte Herz (Paul Verhoeven, DDR)
Gone to Earth (Michael Powell, Emeric Pressburger, GB/USA)
Gun Crazy (Joseph H. Lewis, USA)
Harvey (Henry Koster, USA)
In a Lonely Place (Nicholas Ray, USA)
La ronde (Max Ophüls, F)
Los olvidados (Luis Buñuel, Mexiko)
Night and the City (Jules Dassin, USA)
No Way Out (Joseph L. Mankiewicz, USA)
Rashomon (Akira Kurosawa, J)
Schwarzwaldmädel (Hans Deppe, BRD)
Sunset Boulevard (Billy Wilder, USA)
The Breaking Point (Michael Curtiz, USA)
The Sound of Fury (Cyril Endfield, USA)
Winchester ’73 (Anthony Mann, USA)

Das erste Jahrhundert des Films: 1940

The Great Dictator (Charles Chaplin, USA)

1940 ist der Zweite Weltkrieg in vollem Gange: Deutschland erobert mit seinen Blitzkriegen unerwartet schnell halb Europa, erleidet in der Luftschlacht um England eine Niederlage, verbündet sich mit Japan und Italien und bereitet den Genozid an den Juden vor. Propagandaminister Joseph Goebbels erklärt am Anfang des Jahres, das Medium Film sei wichtig für die Moralsteigerung im Krieg, aber auch die Gegner Nazi-Deutschlands entdecken den Film als Mittel zur ideologischen Bekämpfung der Faschisten: In den USA kommt Charles Chaplins The Great Dictator auf die Leinwand, der als erster grosser Hollywoodfilm deutlich Stellung gegen die Nazis bezieht und eine der brillantesten Filmsatiren der Kinogeschichte bleibt.

Am Broadway in New York feiert derweil Walt Disneys Musikfilm Fantasia Premiere –die Geschichten werden ohne Dialoge, einzig durch Bilder und Musik erzählt, weshalb der Film als frühe Form des Musikvideos gilt; in England produziert Alexander Korda The Thief of Bagdad, der dank der üppig ausgestatteten Dekors, der leuchtenden Technicolor-Farben und der oscargekrönten Spezialeffekte als einer der erstaunlichsten Märchenfilme in die Filmgeschichte eingeht. Im gleichen Jahr macht die überraschend leichtfüssige schweizerische Liebeskomödie Die missbrauchten Liebesbriefe von Leopold Lindtberg Furore: Der gebürtige Wiener, der als Jude von den Nationalsozialisten verfolgt wurde, wird dafür in Venedig mit der «Coppa Mussolini» ausgezeichnet.

  • Wuthering Heights (William Wyler, USA)
  • The Shop Around the Corner (Ernst Lubitsch, USA)
  • The Sea Hawk (Michael Curtiz, USA)
  • The Philadelphia Story (George Cukor, USA)
  • The Mortal Storm (Frank Borzage, USA)
  • The Grapes of Wrath (John Ford, USA)
  • Stranger on the Third Floor (Boris Ingster, USA)
  • Rebecca (Alfred Hitchcock, USA)
  • Pinocchio (Hamilton Luske, Ben Sharpsteen, USA)
  • Jud Süss (Veit Harlan, D)
  • His Girl Friday (Howard Hawks, USA)
  • Gaslight (Thorold Dickinson, GB)
  • Foreign Correspondent (Alfred Hitchcock, USA)
  • Dance, Girl, Dance (Dorothy Arzner, USA)

Weitere wichtige Filme von 1940:
Dance, Girl, Dance (Dorothy Arzner, USA)
Foreign Correspondent (Alfred Hitchcock, USA)
Gaslight (Thorold Dickinson, GB)
His Girl Friday (Howard Hawks, USA)
Jud Süss (Veit Harlan, D)
Pinocchio (Hamilton Luske, Ben Sharpsteen, USA)
Rebecca (Alfred Hitchcock, USA)
Stranger on the Third Floor (Boris Ingster, USA)
The Grapes of Wrath (John Ford, USA)
The Mortal Storm (Frank Borzage, USA)
The Philadelphia Story (George Cukor, USA)
The Sea Hawk (Michael Curtiz, USA)
The Shop Around the Corner (Ernst Lubitsch, USA)
Wuthering Heights (William Wyler, USA)

Das erste Jahrhundert des Films: 1930

Morocco (Josef von Sternberg, USA 1930)

1930 traf die Weltwirtschaftskrise Deutschland besonders schwer und beendete die Goldenen Zwanziger: Massenarbeitslosigkeit und Armut führten zur politischen Radikalisierung der Bevölkerung und zum Aufstieg der NSDAP. 1930 gilt aber auch als das Jahr, in dem sich der Tonfilm durchsetzte. Zum ersten deutschen Tonfilmklassiker wurde Der blaue Engel, durch den Marlene Dietrich als fesche Lola über Nacht zum Star avancierte und der die langjährige Zusammenarbeit zwischen ihr und Josef von Sternberg begründete. Noch in der Premierennacht reiste sie mit dem Regisseur nach Hollywood und drehte mit ihm und an der Seite von Gary Cooper kurz darauf Morocco, ein Meisterwerk der Licht- und Tondramaturgie, das sie als befrackte Diseuse zur glamourösen Kunstfigur erhob und ihr eine Oscarnominierung einbrachte. “Das erste Jahrhundert des Films: 1930” weiterlesen

DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1999

Fight Club (David Fincher, USA 1999)

Kurz vor der Jahrtausendwende, als die Welt vor dem Millennium Bug zittert und sich unheilvolle Spekulationen und Szenarien überschlagen, stürmen wie selten zuvor originelle und wegweisende Produktionen die Leinwand: Filmemacher brechen mit Regeln und Traditionen des Kinos und erfinden neue Erzählformen und Effekte. Um Körperlichkeit, Maskulinität und Identitätskrisen kreisen viele dieser Filme, so etwa David Finchers grossartig inszenierter Thriller Fight Club, der die Kritiker polarisiert, im Kino hinter den Erwartungen zurückbleibt, auf DVD aber zum Kultfilm avanciert und Einzug in die Popkultur findet; oder Claire Denisʼ rätselhafter, berauschender Beau travail, in dem die Regisseurin die dunklen Randzonen des Begehrens erforscht und ihren Blick auf französische Fremdenlegionäre richtet, die halb nackt unter der Wüstensonne exerzieren.

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DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1989

Do the Right Thing (Spike Lee, USA)

Inspiriert von Reformbestrebungen in der Sowjetunion, in Polen und Ungarn, erwuchs im Frühling 1989 in Peking aus anfänglichen Studentenprotesten eine echte Demokratiebewegung, bis die Regierung Soldaten in die Hauptstadt schickte und den Aufstand blutig niederschlagen liess; in Europa wurde zur gleichen Zeit der Eiserne Vorhang löchrig, Tausende flüchteten aus der DDR, Massendemonstrationen folgten, bis am 9. November in Berlin schliesslich die Mauer fiel. In diesem Jahr sorgten gleich zwei US-amerikanische Independent-Filme für Furore: Spike Lees Do the Right Thing, die engagierte Auseinandersetzung mit der Problematik des zeitgenössischen Rassismus in Amerika, wurde Auslöser hitziger politischer Debatten und hat bis heute nichts von seiner aufwühlenden Kraft eingebüsst.

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Das erste Jahrhundert des Films: 1969 & 1979

Alien (1979) Directed by Ridley Scott Shown: Sigourney Weaver

1969 war aufregend: Nixons Antritt seiner Präsidentschaft, die Mondlandung, die Manson-Morde, Woodstock, die Vietnamkrieg-Proteste. In den US-Kinos starteten Dennis Hoppers Motorradfilm Easy Rider, der mit seiner Thematik der rebellierenden Jugend den Nerv der Zeit traf, und John Schlesingers grandioser Abgesang auf den American Way of Life Midnight Cowboy. Eine weitere filmische Sensation war Z, mit dem Costa-Gavras das Genre des Politthrillers begründete. Derweil gelang Toshio Matsumoto in Japan mit Funeral Parade of Roses ein Queer-Cinema-Klassiker und Ken Loach etablierte sich mit Kes als führende Kraft des britischen Sozialrealismus.

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Das erste Jahrhundert des Films: 1959

Imitation of Life (Douglas Sirk, USA 1959)

Während das Jahr 1959 weltpolitisch geprägt war vom Sieg der kubanischen Revolutionäre und der Machtübernahme Fidel Castros, bedeutete dieses Jahr für das Kino ebenfalls eine Revolution: François Truffaut reflektierte mit seinem Debütfilm Les quatre cents coups (den wir als Teil der Truffaut-Reihe zeigen) seine Jugend und feierte in Cannes einen bahnbrechenden Erfolg. Der Film läutete die Nouvelle Vague ein, die weitreichende Auswirkungen auch ausserhalb von Frankreich hatte. Immens einflussreich war ebenfalls Robert Bressons Pickpocket – das Werk gilt als Schlüsselfilm des modernen Kinos und als einer der besten Nachkriegsfilme Frankreichs.

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