Plakatgalerie

In einer Kooperation zwischen Filmpodium und der ZHdK haben 2015 erstmals Studierende ein Plakat für eine Filmreihe entworfen. Seither entstanden auf diese Weise Filmplakate zu den Reihen «Joan Crawford/Bette Davis», «Ida Lupino – Star und Regisseurin», «Remakes», «Cary Grant», «Hongkong Kino», «Federico Fellini», «Claudia Cardinale», «Maggie Smith» und aktuell das Plakat zum «4th Arab Film Festival Zurich».

In unserer Plakatgalerie finden Sie die Gewinnerplakate sowie die besten Entwürfe, die es auf die Shortlist der Jury geschafft haben. Die Jury besteht jeweils aus Dozentinnen und Dozenten der Zürcher Hochschule der Künste (Abteilung Design – Visuelle Kommunikation) und Mitarbeitenden des Filmpodiums. Die Anforderungen an die BachelorstudentInnen sind nicht gering: Sie müssen, in Gruppen oder alleine, einen Entwurf präsentieren, der sowohl als Plakat im Format F4 (Weltformat) wie auch als Tramplakat (ca. A4) funktioniert. Alle werbetechnisch wichtigen Informationen – Spieldaten, Ort, die Logos der Veranstalter und PartnerInnen – müssen geschickt und gut erkennbar platziert werden. Zudem muss der Vorschlag technisch, finanziell und im Hinblick auf geltende Urheberrechte umsetzbar sein.

Wir freuen uns, dass die Plakate auch ausserhalb der Stadt Zürich Beachtung finden – so beispielsweise das Plakat zur Ida-Lupino-Reihe von Elena Gabriel und Rebecca Wey, das 2016 als eines der 100 besten Plakate (aus Deutschland, Österreich und der Schweiz) ausgezeichnet wurde.


NOVEMBER – DEZEMBER: 4TH ARAB FILM FESTIVAL ZURICH

Das Gewinnerplakat von Jan Reimann
Das Gewinnerplakat von Jan Reimann

Die arabische Region, die ein Gebiet von Nordafrika bis zum persischen Golf umfasst, ver­fügt über eine sehr lange Filmtradition. Durch die Tagesaktualitäten erhalten wir einen eher einseitigen Eindruck der sehr vielfältigen arabischen Welt. Mit dem Arab Film Festival versuchen wir, ein differenzierteres Bild zu zeigen, nicht zuletzt durch persönliche Begegnungen mit Filmschaffenden.

Vom 15.-20. November finden intensive Festivaltage mit Gästen, Podien und auch mit arabischer Gastlichkeit statt, danach werden noch bis Mitte Dez. alle Filme 1- 2 x in Wiederholungsvor­stellungen nachgespielt.

Das Plakat soll auf das Festival in seiner ganzen Breite aufmerksam machen, also keinen einzelnen Film und kein einzelnes Land hervorheben, z. B. durch Assoziationen zu bestimmten Landesflaggen. Daneben gilt es auch, kulturelle Sensibilitäten zu berücksichtigen.

Als zusätzliche Herausforderung soll das Plakatmotiv auch kurze Textteile in arabischer Schrift enthalten und für Kleinplakate, Programmheft und Einladungskarte (A5), Dias und Inserate (div. Querformate) und für verschiedene Online-Anwendungen abwandelbar sein.


JULI – SEPTEMBER 2018: MAGGIE SMITH

Das Gewinnerplakat von Filip Despotovic
Das Gewinnerplakat von Filip Despotovic

Maggie Smith, 1934 geboren, ist vielen heutigen Kino- und FernsehzuschauerInnen vor allem aus den letzten zwei Jahrzehnten bekannt, weil sie in den Harry Potter-Filmen die strenge, aber letztlich gütige Lehrerin Minerva McGonagall verkörperte und in der Serie Downton Abbey als spitzzüngige alte Gräfin Violet die besten Sprüche klopfte. Smith war aber bereits eine gefeierte Theaterschauspielerin, als sie 1958 im Krimi Nowhere to Go eine Nebenrolle spielte und dafür gleich eine BAFTA-Nominierung errang. In der Folge spielte sie Britinnen jeder Couleur, von der Aristokratin über die Lebedame bis zur frommen Jungfer und der Pennerin. Die Filmreihe des Filmpodiums zollt Smiths über Jahrzehnte hinweg bewiesener Vielseitigkeit Tribut, und das dazugehörige Plakat sollte ihr als «Grand Old Lady of British Cinema» gerecht werden


APRIL 2018: CLAUDIA CARDINALE

Das Gewinnerplakat von Zoe Barcelo
Das Gewinnerplakat von Zoe Barcelo

Die Aufgabenstellung: Mit ihrer betörenden Mischung aus Naivität und Sinnlichkeit gilt Claudia Cardinale als einer der Superstars des italienischen Kinos. Ihren Einstand feierte sie 1958 in einer kleinen Rolle in der Gaunerkomödie I soliti ignoti, doch richtig los ging es in den 1960er-Jahren, als Luchino Visconti und Federico Fellini sie in Schlüsselrollen besetzten. Bald wirkte sie auch in internationalen Produktionen mit – etwa bei Blake Edwards oder Sergio Leone – und brillierte sowohl als verwöhnte Prinzessin wie auch als kämpferische Western-Witwe. Aus Anlass des 80. Geburtstags von «CC» am 15. April zeigen wir ihre schönsten Filme.

Das Gewinnerplakat von Zoe Barcelo überzeugte die Jury durch seine schlichte Eleganz im Grossen und das augenzwinkernde Raffinement im Kleinen.


 

OKTOBER 2017: FEDERICO FELLINI

Elena Gabriel, Soraya Gaouaoua, Rebecca Wey (Siegerplakat)
Elena Gabriel, Soraya Gaouaoua, Rebecca Wey (Siegerplakat)

Die Aufgabenstellung: Fellini gehört zu den einflussreichsten und stilbildendsten Regisseuren der Nachkriegszeit, und er ist einer der seltenen Künstler, die ein Adjektiv inspiriert haben, nämlich „fellinesk“: „Das Wort wird verwendet, wenn die Wirklichkeit aussieht, als wäre sie ganz aus Vorstellung und Pappmaché. Es meint die Magie einer Welt gewordenen Künstlichkeit, die rührend bizarren Grimassen des Lebens und insbesondere auch das ehrfurchtgebietende Schwellen einer heiligen Weiblichkeit.“ (Christoph Schneider, Tages-Anzeiger, 4.12.2015).

Die Traum-Skizzen, die hier kunstvoll mit dem Namen des grossen italienischen Regisseurs verwoben wurden, stammen von Federico Fellini selbst, der zeitlebens gezeichnet hat und seine Karriere als Journalist und Karikaturist bei verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen begonnen hat.


 

JULI 2017: HONGKONG KINO

Siegerplakat von Rebecca Wey, Elena Gabriel und Soraya Gaouaoua
Siegerplakat von Rebecca Wey, Elena Gabriel und Soraya Gaouaoua

Die Aufgabenstellung: Das Hongkong-Kino der «Golden Years», von Martial-Arts-Klassikern der 80er-Jahre über Action- und Gangsterfilme bis zu subtilen Milieustudien von Ann Hui und der coolen Postmoderne von Wong Kar-wai in den 90er-Jahren bzw. bis zum «Handover» 1997.

Das Siegerplakat von Elena Gabriel, Soraya Gaouaoua und Rebecca Wey verwebt den lateinischen Schriftzug für Hong Kong mit den chinesischen Zeichen und evoziert das bunte Treiben und nächtliche Lichtgewimmel in der Grossstadt.


 

FEBRUAR 2017: CARY GRANT

Siegerplakat von Dorian Delnon und Jakob Lienhard
Siegerplakat von Dorian Delnon und Jakob Lienhard

Mit ihrem Plakat wollten Jakob Lienhard und Dorian Delnon ausloten, wie stark man ein weltberühmtes, ja ikonisches Gesicht verfremden kann, sodass es trotzdem noch erkennbar bleibt – vor allem mit der Fernwirkung eines Plakats im Weltformat.


 

JULI 2016: REMAKES

Siegerplakat
Siegerplakat von Rebecca Wey und Elena Gabriel

Für die Reihe «Remakes» im Sommerprogramm 2016 wurde wiederum an der ZHdK veranstaltet. Während sich die meisten Kandidatinnen und Kandidaten für rein oder überwiegend textbasierte Entwürfe entschieden, fand das Duo Rebecca Wey und Elena Gabriel eine Lösung, die mit einer Bildkomposition augenfällig spürbar macht, dass bei Remakes das Alte auf das Neue prallt: Fay Wray aus dem Ur-King Kong erschreckt sich vor dem CGI-Affen aus Peter Jacksons Remake, der sogar den Schriftzug zu zerbeissen droht.


 

MAI 2016: IDA LUPINO – STAR UND REGISSEURIN

Siegerplakat von Elena Gabriel und Rebecca Wey
Siegerplakat von Elena Gabriel und Rebecca Wey

Zehn Studentinnen und Studenten reichten Plakatentwürfe für die Filmreihe «Ida Lupino – Star und Regisseurin» ein. Diesmal triumphierte am Ende der frisch-freche Wurf von Rebecca Wey und Elena Gabriel, die eine noch blutjunge und wendige Ida Lupino unbeschwert mit ihrem Namenszug und ihrer dualen Identität – als Schauspielerin und Regisseurin – verflechten.


 

JULI 2015: JOAN CRAWFORD/BETTE DAVIS

Siegerplakat von Rahel Imboden
Siegerplakat von Rahel Imboden

Die Herausforderung bei diesem Sujet bestand vor allem darin, die beiden Diven gleich stark zu gewichten und gleichzeitig als unterschiedliche Charaktere darzustellen. Eine weitere Fragestellung war, welche Bilder die Aktricen, die beide über eine lange Filmografie verfügen, am besten repräsentieren.

Realisiert wurde das Plakat von Rahel Imboden, die mit grossformatigen Portraits und einer Zweiteilung des Formats arbeitet und die Reihe prägnant und im Wortsinne plakativ ankündigt.

2 Gedanken zu „Plakatgalerie

  1. Die Jury hat offenbar keine grosse Ahnung. In fast allen Fällen (mit Ausnahme vielleicht der Lupino-Reihe, wo allerdings alle Ansätze überzeugend sind) finden sich bei den nicht ausgewählten Plakaten deutlich bessere Vorschläge als die jeweiligen Gewinner. Schade.

    1. Die Jury bestand aus Dozierenden der ZHdK (Design – Visuelle Kommunikation) und VertreterInnen des Filmpodiums. Wir sind gespannt – was sind denn Ihre Favoriten?

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