The Best of Leo McCarey

Leo McCarey
Leo McCarey

In der Retrospektive am Locarno Festival war so ziemlich jedes Film-Fitzelchen zu sehen, das Leo McCarey im Laufe seiner langen und erfolgreichen Karriere geschrieben, gedreht oder produziert hat. Ich habe mir dort einiges angeschaut, das ich noch nicht kannte und das wir für unsere eigene Reihe auch nicht ausgewählt haben.

Mein Fazit: Von Charley Chase zeigen wir zu wenig; die Filme dieses Stummfilmkomikers sind fast ausnahmslos toll und wir widmen ihm nur einen Abend mit vier Filmen, am 14. September, immerhin mit Neil Brand am Piano. Irgendwann liefern wir hiervon noch mehr nach.

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Bei den Langfilmen sieht es anders aus; da können wir getrost sagen, dass das Filmpodium die besten Werke zeigt, wenn auch nicht alle immer in optimaler Qualität (was freilich auch Locarno nicht gelungen ist). Die einzige Ausnahme ist und bleibt McCareys großes Melodram Love Affair (1939), das wir mit etwas Glück im kommenden Jahr nachreichen werden.

Lassen Sie sich also auf die Achterbahn ein, die bis zum 23. September von einem komischen Höhepunkt zum andern flitzt und dazwischen durch Tränentäler wie Make Way for Tomorrow und An Affair to Remember führt.

Ein ausführliches, zwar etwas älteres Portrait des Regisseurs (auf Englisch) können Sie im Onlinemagazin Senses of Cinema nachlesen. Carlo Chatrian hat zudem für den Streamingdienst MUBI seine Gedanken zu “The Genius of Leo McCarey” niedergeschrieben.

2018 im Zeichen Bergmans

Am 14. Juli wäre Ingmar Bergman 100 Jahre alt geworden. Seine Heimat und die ganze Welt feiert, und das Filmpodium stimmt ein in die Festfreude.

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Das Filmpodium der Stadt Zürich ist nämlich nur eines von 119 Kinos oder Kulturveranstaltern weltweit, die 2018 Events und Retrospektiven zum Werk des legendären schwedischen Regisseurs veranstalten. Sollten Sie in nächster Zeit also nach Stockholm, Hong Kong, New York oder Frankfurt (u.a.) reisen, lassen Sie sich auf der spannenden Webseite, die für diese «Festspiele» entstanden ist, inspirieren. “2018 im Zeichen Bergmans” weiterlesen

Editorial: La connexion française

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In unserem Mai/Juni-Programm kämpfen zwei gegensätzliche Filmschaffende um die Gunst des Publikums: Agnès Varda vs. William Friedkin. Der Kontrast könnte grösser kaum sein: In dieser Ecke die zierlich-feinsinnige Belgierin mit dem Topfhaarschnitt, die zu den Wegbereiterinnen des französischen Autorenfilms zählt; ihr gegenüber der sechs Fuss grosse, sonnenbebrillte Hollywood-Actionfilmer, der Film als kollaborative Kunstform auffasst und die Auteur-Theorie als «Bockmist» betitelt. Auf den ersten Blick also eine Paarung, die nicht nur unterschiedliche Segmente unseres Publikums anspricht, sondern geradezu unvereinbar scheint. “Editorial: La connexion française” weiterlesen

Wir erinnern uns an Miloš Forman

Miloš Forman im Gespräch mit Andreas Furler (Fotos: Peter Hunkeler)
Miloš Forman im Gespräch mit Andreas Furler (Fotos: Peter Hunkeler)

Am 13. April 2018 verstarb Miloš Forman im Alter von 86 Jahren. Wir haben in unserem Archiv gegraben und das spannende, unterhaltsame Gespräch zwischen Andreas Furler (damals Co-Leiter des Filmpodiums) und dem Regisseur, der uns am 3. Oktober 2010 besucht hat, ausgegraben.

Übrigens: Seine Filmklassiker holen wir vom 8. Oktober bis 14. November 2018 zurück auf unsere Leinwand.

Christine Vachon kommt ans Pink Apple Festival 2018 nach Zürich!

Das Pink Apple Festival 2018 verleiht seinen Festival Award für Verdienste um das schwullesbische Filmschaffen der New Yorker Produzentin Christine Vachon. Seit rund 30 Jahren bringt sie ebenso eigenwillige wie herausragende Independent-Filme hervor, darunter viele, die LGBT-Geschichte geschrieben haben.

Das Filmpodium widmet Vachon eine Retrospektive, die von ihrem ersten Langfilm Poison über Publikumserfolge wie One Hour Photo und Carol bis zu Premieren neuer Werke reicht.

Das 21. Pink Apple Festival zeichnet Christine Vachon mit seinem Festival Award aus, den sie am Sonntag, dem 6. Mai persönlich entgegennehmen wird. Davor wird die Produzentin bei mehreren Vorstellungen im Filmpodium für Q&As zur Verfügung stehen, und am Samstag, dem 5. Mai gibt sie um 16.30 Uhr eine Master Class mit Marille Hahne (ZHdK).

 

Tanti Auguri Claudia Cardinale!

Sie dreht noch immer. Zur Legende wurde sie jedoch in den 1960er-Jahren in Filmen von Luchino Visconti, Mario Monicelli, Valerio Zurlini und natürlich von Federico Fellini, der ihr in Otto e mezzo die vielleicht perfekte Rolle gab. Pünktlich zum 80. Geburtstag von Claudia Cardinale am 15. April zeigen wir 15 Filme der in Tunis geborenen Sizilianerin, die mit ihrer betörenden Mischung aus Naivität und Sinnlichkeit zu einem der Superstars des italienischen Kinos wurde.

Wir wünschen alles Gute zum Geburtstag und freuen uns über die Grussbotschaft dieser Filmikone!

Gus Van Sant: Die Filme, die Ausstellung, die Masterclass

Vom 16. November bis 31. Dezember zeigt das Filmpodium Zürich als Partnerinstitution der Cinémathèque suisse das Programm Gus Van Sant: Poet der Intimität. Der Amerikaner Gus Van Sant erzählt in stimmungsstarken Filmen von jugendlichen Aussenseitern und ihrem Lebensgefühl. Unsere Retrospektive verfolgt seinen Weg vom Indie-Kino der achtziger Jahre über Meilensteine wie My Own Private Idaho und Mainstreamerfolge wie Good Will Hunting bis zur Rückkehr zu eigensinnigen kleinen Autorenfilmen. Als rare Leckerbissen sind zudem zwei Programme mit Van Sants Kurzfilmen zu sehen.

Die Cinémathèque suisse, das Musée de l’Elysée, die Cinématèque française und das Museo Nazionale del Cinema (Turin) organisierten gemeinsam eine Ausstellung und eine Retrospektive (1. November bis 21. Dezember 2017) rund um das Werk von Gus Van Sant. Die Ausstellung im Musée de l’Elysée eröffnete diesen Herbst in Lausanne und läuft noch bis zum 7. Januar 2018.

Die Ausstellung Gus Van Sant / Ikonen zeigt die erste Retrospektive der Filme und anderen Bildwerke des US-amerikanischen Filmemachers in der Schweiz. Der Rundgang durch das interdisziplinäre Werk gliedert sich in fünf Abschnitte, die jeweils einen Aspekt von Gus Van Sants Schaffenskraft beleuchten und dabei ein überbordendes, unverfrorenes Universum umreissen. “Gus Van Sant: Die Filme, die Ausstellung, die Masterclass” weiterlesen

Tourneur, der Allesdreher

Gegenwärtig zeigt das Filmpodium eine Auswahl aus der Retrospektive Jacques Tourneur, die Roberto Turigliatto und Rinaldo Censi fürs diesjährige Locarno Festival zusammengestellt haben. Im Heft und auf dem Web gab es dazu schon einiges zu lesen. Hier auf dem Blog sind noch einige ergänzende Gedanken zu Tourneur und seinem Werk zu lesen, mit dem Schwergewicht auf den Filmen, die in Zürich zu sehen sind.

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Jacques Tourneur

“Tourneur, der Allesdreher” weiterlesen

Editorial: Haben die sie nicht alle?

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Wie bitte? Das Filmpodium widmet der Glanzzeit des Hongkong-Kinos eine grosse Retrospektive – ohne Chungking Express oder einen einzigen Film von John Woo? Da zeigen sie Hollywoodkomödien der Nachkriegszeit und verzichten auf Some Like It Hot? Sie feiern die Jahrhundertfilme von 1977, und weder Annie Hall noch Star Wars oder Close Encounters of the Third Kind sind dabei? Haben die sie nicht alle? “Editorial: Haben die sie nicht alle?” weiterlesen