Adieu, Bruno Ganz

Auch in unserem Kino wird er fehlen: Bruno Ganz (1941–2019), hier zu sehen im Filmpodium im November 2006.

Bei uns wird er im April-Programm (Francis Ford Coppola gewidmet) in Youth Without Youth (2007) zu sehen sein. Und vorher noch im Rahmen der Woche der Nominierten in Fortuna (Germinal Roaux, Schweiz/Belgien 2018) – der Spielplan wird in Kürze aufgeschaltet.

Einen wunderbaren Rückblick auf das Schaffen von Bruno Ganz von Michael Sennhauser finden Sie hier.

Ein spannendes Portrait hat die Sternstunde Kunst letzten Sonntag gesendet.

Volker Schlöndorff und Adolf Muschg erinnern sich in der NZZ an ihren Freund.

Neu: Programm-Pass

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Eine Programmreihe bei uns interessiert Sie ganz besonders, aber Sie haben kein Filmpodium-Abo? Wir schaffen Abhilfe: Ab sofort bieten wir für jede Programmperiode ein Abonnement für 60 Franken an, welches freien Zutritt zu allen Vorstellungen des aktuellen Angebots gewährt.

Dieser Programm-Pass kann ab dem Starttag einer Programmperiode an unserer Kinokasse bezogen werden.

Übrigens: Mit dem Besuch von nur 4 Vorstellungen ist der Preis des Programm-Passes bereits amortisiert…

Alle übrigen Abos und Vergünstigungen bleiben selbstverständlich in Kraft. Das Sommer-Abo (12 Wochen) kostet weiterhin 95 Franken.

Don’t Dream It – Be It!

Rund 170 Fans des Kultfilms The Rocky Horror Picture Show sind am 9. Februar ins Filmpodium gepilgert, um wieder einmal den Time Warp zu tanzen. Viele von ihnen folgten unserem Aufruf und waren passend kostümiert – an der Bar gab’s dafür gratis eine «Damn It, Janet!» (aka Bloody Mary). The Rocky Horror Picture Show ist ein Film zum Mitmachen: Zeitungshüte, Wasserpistolen, Handy-Taschenlampe (statt Feuerzeuge) – unser Publikum wusste genau, wie’s geht. (An dieser Stelle möchten wir ganz herzlich der Putztruppe danken, die sich am Morgen danach so richtig ins Zeug legen musste).

Der Abend wurde präsentiert in Zusammenarbeit mit Maximum Cinema. Vielen Dank an Simon Kümin (Maximum Cinema) für die tollen Bilder:

“Don’t Dream It – Be It!” weiterlesen

Simone Signoret: Eine Ergänzung zur aktuellen Filmreihe

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Simone Signoret hat Dutzende von Filmen gedreht, und während deren Qualität nicht immer über jeden Zweifel erhaben war, hat sie sich eigentlich immer gut aus der Affäre gezogen: Ihr beherrschtes, intelligentes Spiel machte ihre Figuren überzeugend, selbst wenn der Rahmen nicht immer stimmte.

Unsere Reihe hätte noch viele weitere bzw. andere Titel umfassen können. So ist etwa keine einzige Simenon-Adaption vertreten, obschon Signoret in dessen Universum der mehr oder weniger dunklen Grautöne bestens hineinpasste. Le chat (1971) von Pierre Granier-Deferre haben wir vor knapp einem Jahr im Rahmen der Jean-Gabin-Reihe gezeigt; von Granier-Deferres La veuve Couderc (1971), in dem Signoret sich erstmals neben Alain Delon behauptete, ist leider keine spielbare Kopie verfügbar. “Simone Signoret: Eine Ergänzung zur aktuellen Filmreihe” weiterlesen

EDITORIAL: Fussball und Sommer zum Trotz

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Es ist ja nicht so, dass Eintrittszahlen unser höchstes Gut oder unser einziges Erfolgskriterium wären. Helles Kindergelächter an einer Stummfilm-Vorführung für Familien, angeregte Diskussionen mit Filmschaffenden am 4th Arab Film Festival oder begeisterte Rückmeldungen von einzelnen Kinogästen zu wiedergesehenen und neu entdeckten Filmjuwelen sind für uns als Kuratorinnen und Kuratoren eine mindestens so willkommene Bestätigung. Dennoch sind Eintrittszahlen für das Kino im Allgemeinen und für das unsere im Besonderen auch ein Gradmesser für die im Digitalzeitalter nicht mehr garantierte Attraktivität dieses Mediums und unseres Programms. Als öffentliche, von Steuergeldern getragene Institution muss das Filmpodium die Verwendung dieser Gelder rechtfertigen, indem es für sein Service-public-Angebot ein Publikum findet. Es freut uns darum sehr, dass wir unsere Eintrittszahlen im dritten Jahr nacheinander halten konnten, umso mehr als die «gewerbliche» Kinobranche in der Schweiz schmerzhafte Einbussen verzeichnet. “EDITORIAL: Fussball und Sommer zum Trotz” weiterlesen

Wir empfehlen: HOMELAND (IRAQ YEAR ZERO)

Im Rahmen des 4th Arab Film Festival legten wir einen Schwerpunkt auf das Filmland Irak. Dieses wurde durch den Krieg eines großen Teils seines audiovisuellen Erbes beraubt, und in den heutigen Wirren kann sich keine nachhaltige Filmindustrie etablieren.

Einer der wenigen herausragenden irakischen Filme der Gegenwart, den wir gerne gezeigt hätten, der aber aus Längengründen keinen Platz im Festivalprogramm fand, ist Abbas Fahdels monumentales Werk Homeland (Iraq Year Zero) (2015). Nun ist dieser Brocken in der Reihe «Richtig lang» im Xenix zu sehen, mit einer Verpflegungspause zur Halbzeit, am 13. und 19.1.2019.

In zwei Teilen – Before the Fall (160′) und After the Battle (174′) schildert Fahdel den Alltag seiner Familie vor und nach dem Krieg und dem Sturz Saddam Husseins. Er macht einfühlbar, wie sich der irakische Mittelstand unter Saddam einschränkte und arrangierte, um trotz Diktatur und Embargos über die Runden zu kommen, und wie das dergestalt erkämpfte Leben durch den Einmarsch der Amerikaner und das darauffolgende Chaos zugrunde gerichtet wurde. Das Seherlebnis ist so, als würde man eine Reality-Serie (The Real Fahdels of Baghdad o. ä.) bingen: Man wird zum Zaungast einer irakischen Wirklichkeit, wie sie in den Newsmedien nie gezeigt wurde. Erfordert einen langen Atem, ist aber lohnend, auch als Ergänzung zu Samirs Iraqi Odyssey.

Michel Bodmer

Das Jahrhundertangebot 2019

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Für unsere Reihe «Das erste Jahrhundert des Films» können Studierende und alle anderen in Ausbildung im Kalenderjahr 2019 wieder vom Spezial-Abo profitieren: Das Abo für 50 Franken gewährt euch freien Zutritt zu den rund 60 Filmen dieser Reihe, einschliesslich der Stummfilme von 1919 und 1929 mit Live-Begleitung als Teil des 16. Stummfilmfestivals 2019. In jedem Programmzyklus zeigen wir Klassiker der Jahre 1919 bis 1999: Darunter Filme von Victor Fleming, Dennis Hopper, David Fincher oder Terry Jones.

Das Jahrhundert-Abo ist gegen entsprechenden Ausweis an der Kinokasse erhältlich.

Einzelne Filme werden durch Mitarbeitende und Studierende des Seminars für Filmwissenschaft der Universität Zürich eingeführt. Das detaillierte Programm mit allen Spielzeiten und Einführungen findet ihr jeweils 2 Wochen vor Start der jeweiligen Reihe auf unserer Webseite.

Editorial: Das andere «digitale Dilemma»

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Am 1. November fand im Filmpodium ein Anlass zum 70-jährigen Bestehen der Cinémathèque suisse statt. Deren Direktor, Frédéric Maire, gab dabei Auskunft, wie sein Archiv mit dem sogenannten «digital dilemma» umgeht: Was die Restaurierung und Verbreitung des Filmerbes angeht, ist die Digitalisierung hilfreich (auch wenn manche Cinephile an der analogen Vorführung hängen). Für die Konservierung von Filmen jedoch ist die Digitalisierung mangels verbindlicher Standards und dauerhafter Technologien weniger geeignet als unverwüstliche Polyesterkopien.

Die an sich begreifliche Entscheidung der Cinémathèque, alte und seltene Filmkopien als schützenswerte Artefakte zu betrachten und sie fortan nicht mehr zu verleihen, um sie im Hinblick auf eine allfällige Digitalisierung zu schonen, stürzt allerdings Kinos wie das Filmpodium in ein anderes Dilemma: Die analoge Kopie ist nicht mehr verfügbar (von den 57 Lang- und Kurzfilmen im aktuellen Programm stammen gerade mal zwei 35-mm-Kopien aus der Cinémathèque) und eine brauchbare digitale Version meist noch nicht erhältlich. Manche Rechteinhaber untersagen zudem die Projektion von Blurays, selbst wenn diese (oft restaurierten) Versionen qualitativ besser sind als die greifbaren analogen Kopien. “Editorial: Das andere «digitale Dilemma»” weiterlesen

Plakatgalerie

In einer Kooperation zwischen Filmpodium und der ZHdK haben 2015 erstmals Studierende ein Plakat für eine Filmreihe entworfen. Seither entstanden auf diese Weise Filmplakate zu den Reihen «Joan Crawford/Bette Davis», «Ida Lupino – Star und Regisseurin», «Remakes», «Cary Grant», «Hongkong Kino», «Federico Fellini», «Claudia Cardinale», «Maggie Smith» und aktuell das Plakat zum «4th Arab Film Festival Zurich».

In unserer Plakatgalerie finden Sie die Gewinnerplakate sowie die besten Entwürfe, die es auf die Shortlist der Jury geschafft haben. Die Jury besteht jeweils aus Dozentinnen und Dozenten der Zürcher Hochschule der Künste (Abteilung Design – Visuelle Kommunikation) und Mitarbeitenden des Filmpodiums. Die Anforderungen an die BachelorstudentInnen sind nicht gering: Sie müssen, in Gruppen oder alleine, einen Entwurf präsentieren, der sowohl als Plakat im Format F4 (Weltformat) wie auch als Tramplakat (ca. A4) funktioniert. Alle werbetechnisch wichtigen Informationen – Spieldaten, Ort, die Logos der Veranstalter und PartnerInnen – müssen geschickt und gut erkennbar platziert werden. Zudem muss der Vorschlag technisch, finanziell und im Hinblick auf geltende Urheberrechte umsetzbar sein.

Wir freuen uns, dass die Plakate auch ausserhalb der Stadt Zürich Beachtung finden – so beispielsweise das Plakat zur Ida-Lupino-Reihe von Elena Gabriel und Rebecca Wey, das 2016 als eines der 100 besten Plakate (aus Deutschland, Österreich und der Schweiz) ausgezeichnet wurde.


NOVEMBER – DEZEMBER: 4TH ARAB FILM FESTIVAL ZURICH

Das Gewinnerplakat von Jan Reimann
Das Gewinnerplakat von Jan Reimann

Die arabische Region, die ein Gebiet von Nordafrika bis zum persischen Golf umfasst, ver­fügt über eine sehr lange Filmtradition. Durch die Tagesaktualitäten erhalten wir einen eher einseitigen Eindruck der sehr vielfältigen arabischen Welt. Mit dem Arab Film Festival versuchen wir, ein differenzierteres Bild zu zeigen, nicht zuletzt durch persönliche Begegnungen mit Filmschaffenden.

Vom 15.-20. November finden intensive Festivaltage mit Gästen, Podien und auch mit arabischer Gastlichkeit statt, danach werden noch bis Mitte Dez. alle Filme 1- 2 x in Wiederholungsvor­stellungen nachgespielt.

Das Plakat soll auf das Festival in seiner ganzen Breite aufmerksam machen, also keinen einzelnen Film und kein einzelnes Land hervorheben, z. B. durch Assoziationen zu bestimmten Landesflaggen. Daneben gilt es auch, kulturelle Sensibilitäten zu berücksichtigen.

Als zusätzliche Herausforderung soll das Plakatmotiv auch kurze Textteile in arabischer Schrift enthalten und für Kleinplakate, Programmheft und Einladungskarte (A5), Dias und Inserate (div. Querformate) und für verschiedene Online-Anwendungen abwandelbar sein.

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