EDITORIAL: ABOS À LA CARTE

Das Publikum des Filmpodiums besteht zu einem ansehnlichen Teil aus Stammgästen, die seit Jahren wissen, dass es diese städtische Kulturinstitution gibt und was da veranstaltet wird. Sie sind in aller Regel alt genug, um das Kino dem PC, dem iPhone und der guten Stube als Abspielstätte für Filme vorzuziehen, und sie nehmen sich Zeit, um anderes als nur das Neueste und Lauteste zu sehen. Sie schätzen die kuratierte Auswahl von Klassikern der Filmgeschichte und die Präsentation von Trouvaillen abseits des Kanons. Zumeist haben diese Cinephilen ein General- oder ein Halbtax-Abo fürs Filmpodium; nicht wenige sind auch Mitglieder unseres Fördervereins Lumière.

Neben diesen treuen Habitué(e)s gibt es aber immer auch Personen, die gezielt zu einer bestimmten Veranstaltung ins Filmpodium kommen, sei es für Events wie neulich unsere Rocky Horror Picture Show-Sause und die «Woche der Nominierten» für den Schweizer Filmpreis, für das Arab Film Festival oder im Zuge des Pink Apple Filmfestivals. Viele entdecken dabei unser 70-jähriges Kino zum ersten Mal. Um diesen zumeist jüngeren Gäste die Rückkehr zu uns zu erleichtern, bieten wir zwei Spezial-Abos an: eines für die Dauerreihe «Das erste Jahrhundert des Films» und das verbilligte U25-Halbtax-Abo.

Manche unserer Gäste sind von einer oder mehreren unserer Filmreihen besonders angetan und könnten etwa von Francis Ford Coppola, Joe May der Rosa von Praunheim gar nicht genug kriegen. Für solche Fans haben wir ein neues Abonnement geschaffen: den Programm-Pass. Er ist ein zeitlich beschränktes General-Abo (analog zu unserem Sommer-Abo) und erlaubt für 60 Franken freien Zutritt zu sämtlichen Vorstellungen einer regulären Programmperiode – inklusive Sonderevents und Stummfilme mit Live-Begleitung. Kino à discrétion also, aber für eine überschaubare Zeit: eine echte Einladung zum «binge-watching».

Michel Bodmer

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