Editorial: Filmfeste und Abschiedsfeiern

Am 4. Oktober ist das 16. ZFF zu Ende gegangen. Unter der neuen künstlerischen Leitung von Christian Jungen hatte das europäische, allen voran das französische und Schweizer Filmschaffen einen besonderen Rang, und die zahlreichen daran beteiligten Gäste machten die Corona-bedingte Zurückhaltung der Stars aus Übersee wett. Dank der Breitenwirkung des ZFF haben viele Besucherinnen und Besucher nicht nur den Weg ins Kino wiedergefunden, sondern dabei die Erfahrung machen können, dass das Maskentragen im Saal eine selbstverständliche Geste mitmenschlicher Rücksichtnahme ist, um die kein Aufhebens gemacht werden muss. Für diese Sensibilisierung des Publikums – und die guten Filme! – danken wir dem ZFF herzlich. Unser eigenes Festival, das Arab Film Festival Zurich, das wir zusammen mit dem Verein International Arab Film Festival Zurich organisieren, feiert heuer seine 5. Ausgabe. Das biennale Festival präsentiert vom 19. bis 29. November die Vielfalt des engagierten Filmschaffens aus dem arabischen Kulturraum. Diesmal sind Marokko und Tunesien die Schwerpunktländer, aus denen auch Klassiker gezeigt werden und über deren aktuelles Filmschaffen mit Fachleuten diskutiert wird. Ob die zum Festival eingeladenen Filmschaffenden tatsächlich anreisen dürfen, um ihre Werke persönlich vorzustellen, wird sich erst kurzfristig entscheiden; gegebenenfalls werden wir auf Skype-Gespräche ausweichen. Bitte beachten Sie dazu unsere Website. Zu Ende geht mit diesem Programm die knapp zehnjährige Filmreihe «Das erste Jahrhundert des Films», wohl die längste, die das Filmpodium je gezeigt hat. Von meinem damaligen Kollegen Andreas Furler als «genuines Langzeitprojekt» konzipiert, hat die Reihe seit Februar 2011 in nach Jahrgängen gruppierten Programmblöcken rund 500 herausragende Filme von 1900 bis 1999 präsentiert. Da innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre Wechsel im Leitungsduo des Filmpodiums anstehen, ist das Folgeprogramm nicht wieder auf eine Dekade ausgelegt. Die nächste Form der enzyklopädischen Präsentation der Filmgeschichte stellen wir im Januar/Februar-Programm vor. Ebenfalls zu Ende geht eine noch längere Ära: Ende September wurde Hans X. Hagen, der 18 Jahre für das Filmpodium gearbeitet und dabei als Vorführer auch immer «seine» Gäste empfangen hat, pensioniert. Er hat die vielen Entwicklungen in der Kinobranche seit 2002 nicht nur miterlebt, sondern als Cheftechniker im Filmpodium auch aktiv und kompetent umgesetzt. Wir danken ihm an dieser Stelle ganz herzlich für seinen Einsatz für das Filmpodium!

Corinne Siegrist-Oboussier

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