Editorial: Wir sind auch andere

Die langen hellen Tage von Nana Ekvtimischwili

Unsere aktuelle Palette an Filmen und Veranstaltungen bietet sich an, um wieder einmal darauf hinzuweisen, dass das Filmpodium-Team kaum je ganz allein und nur für bildungsbürgerliche helvetische Cinephile Programme kuratiert. Vielmehr ist ein grosser Teil der Filmreihen und Events, die wir präsentieren, nicht nur auf unserem Mist gewachsen; mindestens der Keim dazu wurde von anderen gelegt – zum Glück: Dank zahlreicher Partnerschaften und Kooperationen ist das Programm des Filmpodiums nicht nur vielfältiger, sondern auch Ausdruck einer Teilhabe diverser Kreise am Angebot dieses kommunalen Kinos der Stadt Zürich.

So wurde etwa die exklusive Sommerreihe «Taiwan Cinema» mit ihren vielen Raritäten über mehrere Jahre von den enthusiastischen jungen Mitgliedern des tba collective zusammengestellt. Die aktuelle Reihe «Georgiens Cineastinnen» wiederum konnte zwar auf einer langjährigen Beschäftigung des Filmpodiums mit georgischem Filmschaffen aufbauen; zur konkreten Programmierung aber kam es, weil Elene Chechelashvili, die Präsidentin des Vereins Georgische Kulturplattform, das Kulturfestival «Brücke ZürichTbilissi» ins Leben rief, das Anfang Oktober erstmals stattfindet. Dank dieser Zusammenarbeit konnten zudem mehrere Filme eigens für unsere Reihe deutsch untertitelt werden.

Regelmässig hat das Filmpodium in den letzten Jahren auch mit dem Locarno Film Festival zusammengearbeitet und dessen traditionelle Retrospektive in Teilen übernommen. Während aber das Festival heuer so ziemlich alles irgendwie Greifbare von Alberto Lattuada zeigte, konzentrieren wir uns auf die ersten drei Dekaden seines Schaffens und auf jene Werke, die mit Untertiteln gezeigt werden können, damit nicht nur unsere italienischsprachigen Gäste Freude daran haben.

Seit vielen Jahren überdies beherbergt das Filmpodium jeweils die
Retrospektive, die jener/jenem Filmschaffenden gewidmet ist, der/dem das
schwullesbische Filmfestival Pink Apple seinen Festival Award verleiht. Geehrt wird diesmal Eytan Fox, der sich als Exponent sowohl des queeren wie des israelischen Filmschaffens hervorgetan hat.

Natürlich bringen wir uns – mit Ausnahme von Vermietungen wie etwa dem ZFF, das sein Programm ganz autonom gestaltet – auch bei diesen Kooperationen und Koproduktionen kuratorisch ein und bleiben hauptverantwortlich für das Programm. Wenn es Ihnen gefällt, sagen Sie es weiter; wenn es Ihnen missfällt, sagen Sie es uns.

Corinne Siegrist-Oboussier & Michel Bodmer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.