DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1947

The Lady from Shanghai, Orson Welles (USA)
The Lady from Shanghai, Orson Welles (USA)

Bereits 1946 konstatierte Wolfgang Staudte: Die Mörder sind unter uns. Sprach jener erste Trümmerfilm noch direkt die Kriegsverbrechen an, spiegelt sich ein Jahr später die jüngere Vergangenheit verstärkt in Kriminalhandlungen aus Mord und Betrug. So lotet Orson Welles’ The Lady from Shanghai die Abgründe menschlichen Seins zwischen Lust, Habgier und Verrat aus, bis am Ende im Spiegelkabinett die Fassaden der Hauptfiguren sprichwörtlich zerbrechen. Nicht allein in den USA machen sich die Erinnerungen an die Schrecken des Krieges und seine Folgen in den Schattenwelten des Film noir breit: Carol Reeds Odd Man Out und Henri-Georges Clouzots Quai des Orfèvres spielen in den Strassen von Belfast und Paris und zeichnen sich nebst der expressiven Schwarzweissfotografie durch einen Nachkriegsrealismus aus, wie ihn Paul Schrader als charakteristisch für den Film noir jener Zeit ansieht. “DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1947” weiterlesen

Editorial: Analog, digital – (nicht) egal

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Das Filmpodium zeigt zumeist nicht Premieren, sondern sehenswerte Werke der Filmgeschichte. Diese sind auf Film gedreht worden und wurden auch in dieser Form verliehen. Je älter ein Film, desto kleiner ist die Zahl der erhaltenen Kopien; je öfter diese gespielt wurden, umso schadhafter und fragiler sind sie. Darum sind vorführbare Kopien von älteren Filmen oft nur mit Mühe aufzuspüren. Es gibt eine Reihe von Archiven und Filmmuseen, die solche Raritäten horten und die wir danach abklappern. Doch selbst wenn ein Archiv über eine Kopie verfügt (und wir die Vorführrechte ergattert haben), ist noch längst nicht gesagt, dass diese im Kino öffentlich gespielt werden darf, denn jeder Gebrauch beansprucht das Material zusätzlich. “Editorial: Analog, digital – (nicht) egal” weiterlesen

Empfehlungen von Bla*Sh

In Kooperation mit dem Netzwerk Bla*Sh (BlackShe – Netzwerk Schwarzer Kulturschaffender Frauen in der Deutschschweiz) hat das Filmpodium eine Auswahl von Filmen rund um Schwarze Frauen zusammengestellt. Die Reihe richtet den Blick nicht nur auf Schwarze Regisseurinnen und Schauspielerinnen, sondern rückt auch die Lebens- und Alltagsrealitäten Schwarzer Frauen in den Mittelpunkt und macht so ihre oft marginalisierten Geschichten und Erfahrungen sichtbar.

Hier stellen wir Ihnen Empfehlungen vor von Mitgliedern von Bla*Sh für einzelne Filme aus der Reihe. “Empfehlungen von Bla*Sh” weiterlesen

Editorial: Das Jahr der Remakes

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Was Erfolg hat, wird wieder gemacht. Dieses Prinzip des Remakes hat sich 2016 nicht nur in der Sommerreihe des Filmpodiums (und in einigen neuen Blockbustern von The Magnificent Seven bis zu Ben-Hur) manifestiert, sondern auch meteorologisch; wie schon im Vorjahr wollte der Sommer, als er endlich kam, gar nicht mehr aufhören, was die Eintrittszahlen der Kinos schmelzen liess. Auch das Filmpodium verzeichnete nach dem Zuschauerrückgang von 2015 erneut Einbussen, von total 35 958 auf 32 172 Eintritte bzw. von durchschnittlich 39 auf 34 Gäste pro Vorstellung. “Editorial: Das Jahr der Remakes” weiterlesen

DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1937

Way Out West, James W. Horne (USA)
Way Out West, James W. Horne (USA)

Bereits in den Jean-Gabin-Filmen La grande illusion und Pépé le Moko aus dem vergangenen Dezember-Programm zeigte sich die allgemeine Verunsicherung, die sich 1937 in Europa breitmachte. Wie bei diesen Filmen des Poetischen Realismus lädt Detlef Sierck (später: Douglas Sirk) in Zu neuen Ufern die Mise en Scène emotional auf, und die Verzweiflung seiner weiblichen Hauptfigur, gespielt vom späteren Star des nationalsozialistischen Filmschaffens, Zarah Leander, spiegelt sich in den Dekors. In einer durch das Propagandaministerium streng regulierten Filmindustrie und zu einer Zeit, in der sich der Antisemitismus immer schärfer artikuliert (etwa mit der Wanderausstellung «Der ewige Jude»), vermag Sierck subversiv ein allgemeines Gefühl der Hoffnungslosigkeit und der Orientierungslosigkeit zu zeichnen. “DAS ERSTE JAHRHUNDERT DES FILMS: 1937” weiterlesen

5. Festival international du film restauré

Wir sind über ein Festival in Paris gestossen, dessen Trailer wir keinem Filmliebhaber und keiner Filmliebhaberin vorenthalten wollen! Seit 5 Jahren veranstaltet die Cinémathèque française das «Festival international du film restauré»: 5 Tage, 100 Filme (restaurierte Werke und Raritäten), 2 Masterclasses (mit Joe Dante und Wes Anderson), Ciné Concerts und und und.

Wer zwischen dem 1. und 5. März 2017 in Paris weilt, sollte sich das nicht entgehen lassen! Alle anderen dürfen sich wenigstens am originellen Festivaltrailer erfreuen.

Festival Toute la mémoire du monde 2017 – Bande-annonce from La Cinémathèque française on Vimeo.

Editorial: Das Festival der Festivals

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Das Filmpodium ist eigentlich ein ganzjähriges Filmfestival: Filme aus aller Welt werden, zu Reihen und Retrospektiven gebündelt, ins Programm gesetzt, Filmschaffende kommen zu Besuch, es gibt ergänzende Diskussionen und Referate. Dennoch herrscht auch bei uns Ausnahmezustand, wenn «richtige» Festivals stattfinden. So bescherte im September das bei uns eingemietete Zurich Film Festival dem Filmpodium eine Portion Glamour sowie ein deutlich jüngeres Publikum als üblich. “Editorial: Das Festival der Festivals” weiterlesen

Hinter der Leinwand – Ein Einblick in die Arbeit des Filmpodium-Teams

Schon lange, bevor die Projektoren in der Vorführkabine zu rattern beginnen oder das DCP für die nächste Vorstellung entschlüsselt werden kann, arbeitet das Programmteam des Filmpodiums im Stadthaus Zürich mit Hochdruck am nächsten (und bereits auch am übernächsten) Filmprogramm. Die Filmwissenschaftsstudentin Valentina Romero konnte sich als Praktikantin in den letzten sechs Monaten einen Überblick darüber verschaffen, was es alles braucht, damit Sie im 6-Wochen-Rhythmus das druckfrische Filmpodium-Programmheft in den Händen halten können. Zum Abschluss ihrer Filmpodium-Zeit teilt Frau Romero ihre Eindrücke von «hinter der Kinoleinwand» mit Ihnen, liebe Blog-Leserinnen.

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Fargo – Ein Interview mit Joel Coen und Ethan Coen

Am Filmfestival in Cannes 1996 führte Michel Bodmer, heute stellvertretender Leiter des Filmpodiums der Stadt Zürich, gemeinsam mit fünf anderen JournalistInnen ein Gespräch mit Joel Coen (Regisseur, Ko-Autor) und Ethan Coen (Produzent, Ko-Autor)Auf unserem Blog können Sie nun das ungekürzte Interview zu Fargo nachlesen.

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“Fargo – Ein Interview mit Joel Coen und Ethan Coen” weiterlesen