Neu: Programm-Pass

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Eine Programmreihe bei uns interessiert Sie ganz besonders, aber Sie haben kein Filmpodium-Abo? Wir schaffen Abhilfe: Ab sofort bieten wir für jede Programmperiode ein Abonnement für 60 Franken an, welches freien Zutritt zu allen Vorstellungen des aktuellen Angebots gewährt.

Dieser Programm-Pass kann ab dem Starttag einer Programmperiode an unserer Kinokasse bezogen werden.

Übrigens: Mit dem Besuch von nur 4 Vorstellungen ist der Preis des Programm-Passes bereits amortisiert…

Alle übrigen Abos und Vergünstigungen bleiben selbstverständlich in Kraft. Das Sommer-Abo (12 Wochen) kostet weiterhin 95 Franken.

Simone Signoret: Eine Ergänzung zur aktuellen Filmreihe

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Simone Signoret hat Dutzende von Filmen gedreht, und während deren Qualität nicht immer über jeden Zweifel erhaben war, hat sie sich eigentlich immer gut aus der Affäre gezogen: Ihr beherrschtes, intelligentes Spiel machte ihre Figuren überzeugend, selbst wenn der Rahmen nicht immer stimmte.

Unsere Reihe hätte noch viele weitere bzw. andere Titel umfassen können. So ist etwa keine einzige Simenon-Adaption vertreten, obschon Signoret in dessen Universum der mehr oder weniger dunklen Grautöne bestens hineinpasste. Le chat (1971) von Pierre Granier-Deferre haben wir vor knapp einem Jahr im Rahmen der Jean-Gabin-Reihe gezeigt; von Granier-Deferres La veuve Couderc (1971), in dem Signoret sich erstmals neben Alain Delon behauptete, ist leider keine spielbare Kopie verfügbar. «Simone Signoret: Eine Ergänzung zur aktuellen Filmreihe» weiterlesen

EDITORIAL: Fussball und Sommer zum Trotz

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Es ist ja nicht so, dass Eintrittszahlen unser höchstes Gut oder unser einziges Erfolgskriterium wären. Helles Kindergelächter an einer Stummfilm-Vorführung für Familien, angeregte Diskussionen mit Filmschaffenden am 4th Arab Film Festival oder begeisterte Rückmeldungen von einzelnen Kinogästen zu wiedergesehenen und neu entdeckten Filmjuwelen sind für uns als Kuratorinnen und Kuratoren eine mindestens so willkommene Bestätigung. Dennoch sind Eintrittszahlen für das Kino im Allgemeinen und für das unsere im Besonderen auch ein Gradmesser für die im Digitalzeitalter nicht mehr garantierte Attraktivität dieses Mediums und unseres Programms. Als öffentliche, von Steuergeldern getragene Institution muss das Filmpodium die Verwendung dieser Gelder rechtfertigen, indem es für sein Service-public-Angebot ein Publikum findet. Es freut uns darum sehr, dass wir unsere Eintrittszahlen im dritten Jahr nacheinander halten konnten, umso mehr als die «gewerbliche» Kinobranche in der Schweiz schmerzhafte Einbussen verzeichnet. «EDITORIAL: Fussball und Sommer zum Trotz» weiterlesen

Wir empfehlen: HOMELAND (IRAQ YEAR ZERO)

Im Rahmen des 4th Arab Film Festival legten wir einen Schwerpunkt auf das Filmland Irak. Dieses wurde durch den Krieg eines großen Teils seines audiovisuellen Erbes beraubt, und in den heutigen Wirren kann sich keine nachhaltige Filmindustrie etablieren.

Einer der wenigen herausragenden irakischen Filme der Gegenwart, den wir gerne gezeigt hätten, der aber aus Längengründen keinen Platz im Festivalprogramm fand, ist Abbas Fahdels monumentales Werk Homeland (Iraq Year Zero) (2015). Nun ist dieser Brocken in der Reihe «Richtig lang» im Xenix zu sehen, mit einer Verpflegungspause zur Halbzeit, am 13. und 19.1.2019.

In zwei Teilen – Before the Fall (160′) und After the Battle (174′) schildert Fahdel den Alltag seiner Familie vor und nach dem Krieg und dem Sturz Saddam Husseins. Er macht einfühlbar, wie sich der irakische Mittelstand unter Saddam einschränkte und arrangierte, um trotz Diktatur und Embargos über die Runden zu kommen, und wie das dergestalt erkämpfte Leben durch den Einmarsch der Amerikaner und das darauffolgende Chaos zugrunde gerichtet wurde. Das Seherlebnis ist so, als würde man eine Reality-Serie (The Real Fahdels of Baghdad o. ä.) bingen: Man wird zum Zaungast einer irakischen Wirklichkeit, wie sie in den Newsmedien nie gezeigt wurde. Erfordert einen langen Atem, ist aber lohnend, auch als Ergänzung zu Samirs Iraqi Odyssey.

Michel Bodmer

Das Jahrhundertangebot 2019

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Für unsere Reihe «Das erste Jahrhundert des Films» können Studierende und alle anderen in Ausbildung im Kalenderjahr 2019 wieder vom Spezial-Abo profitieren: Das Abo für 50 Franken gewährt euch freien Zutritt zu den rund 60 Filmen dieser Reihe, einschliesslich der Stummfilme von 1919 und 1929 mit Live-Begleitung als Teil des 16. Stummfilmfestivals 2019. In jedem Programmzyklus zeigen wir Klassiker der Jahre 1919 bis 1999: Darunter Filme von Victor Fleming, Dennis Hopper, David Fincher oder Terry Jones.

Das Jahrhundert-Abo ist gegen entsprechenden Ausweis an der Kinokasse erhältlich.

Einzelne Filme werden durch Mitarbeitende und Studierende des Seminars für Filmwissenschaft der Universität Zürich eingeführt. Das detaillierte Programm mit allen Spielzeiten und Einführungen findet ihr jeweils 2 Wochen vor Start der jeweiligen Reihe auf unserer Webseite.

Editorial: Das andere «digitale Dilemma»

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Am 1. November fand im Filmpodium ein Anlass zum 70-jährigen Bestehen der Cinémathèque suisse statt. Deren Direktor, Frédéric Maire, gab dabei Auskunft, wie sein Archiv mit dem sogenannten «digital dilemma» umgeht: Was die Restaurierung und Verbreitung des Filmerbes angeht, ist die Digitalisierung hilfreich (auch wenn manche Cinephile an der analogen Vorführung hängen). Für die Konservierung von Filmen jedoch ist die Digitalisierung mangels verbindlicher Standards und dauerhafter Technologien weniger geeignet als unverwüstliche Polyesterkopien.

Die an sich begreifliche Entscheidung der Cinémathèque, alte und seltene Filmkopien als schützenswerte Artefakte zu betrachten und sie fortan nicht mehr zu verleihen, um sie im Hinblick auf eine allfällige Digitalisierung zu schonen, stürzt allerdings Kinos wie das Filmpodium in ein anderes Dilemma: Die analoge Kopie ist nicht mehr verfügbar (von den 57 Lang- und Kurzfilmen im aktuellen Programm stammen gerade mal zwei 35-mm-Kopien aus der Cinémathèque) und eine brauchbare digitale Version meist noch nicht erhältlich. Manche Rechteinhaber untersagen zudem die Projektion von Blurays, selbst wenn diese (oft restaurierten) Versionen qualitativ besser sind als die greifbaren analogen Kopien. «Editorial: Das andere «digitale Dilemma»» weiterlesen

4th Arab Film Festival Zurich

Das Spektrum des diesjährigen Filmprogramms (15.11. bis 16.12.2018) reicht geografisch von Marokko bis zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und stilistisch vom animierten Kurzfilm bis zum spielfilmlangen Mockumentary. 10 der gezeigten Werke wurden von Frauen realisiert und tatsächlich beeindrucken gerade diese ungewohnten Blicke auf die arabische Welt ganz besonders. So hat die spanisch-jordanische Aktivistin Widad Shafakoj mit 17 einen Dokumentarfilm über die jordanische U-17-Frauen-Fußballmannschaft gedreht, der viele Vorurteile über die Frau in der arabischen Gesellschaft in Frage stellt.

«4th Arab Film Festival Zurich» weiterlesen

Editorial: Entdeckungen ermöglichen

Arab

Vor wenigen Wochen ist das Zurich Film Festival (ZFF) zu Ende gegangen und hat in seiner 14. Ausgabe bei den Eintritten erstmals die 100000er-Marke überschritten. Von vielen als «Cüpli-Anlass» belächelt, setzt das Festival mit seinen Gala-Vorpremieren zwar nach wie vor auf Glamour, der in den Masters und Talks auch ins Filmpodium überschwappt. Im Wettbewerb und in den Nebensektionen jedoch lassen sich viele Besucherinnen und Besucher, vom Festivalfieber infiziert, auf Filme ein, von denen sie noch nie gehört haben, deren Regisseure sie nicht kennen und die sie sich im regulären Kinoprogramm kaum angesehen hätten. Das ZFF leistet damit im grossen Massstab, was auch das Filmpodium mit dem 4th Arab Film Festival beabsichtigt: dem Film ein Fest auszurichten und dem Publikum Entdeckungen und prägende Erlebnisse zu ermöglichen.

Beim Arab Film Festival ist es spezifisch die arabische Welt, deren aktuelles Filmschaffen wir den Zuschauerinnen und Zuschauern näherbringen wollen, seien dies neugierige Filminteressierte oder Menschen aus dieser Weltregion, die eine Verbindung zur Kultur ihrer Heimat aufrechterhalten möchten. Wir freuen uns nicht nur auf die Filme, sondern auch auf die zahlreichen Gäste – Schauspielerinnen und Schauspieler, Film-, Medien- und Festivalschaffende –, die in Gesprächsrunden Auskunft über und Einblick in ihre Arbeit geben werden. Diese exklusiven Festivalangebote sind nur möglich dank des Engagements des Vereins International Arab Film Festival Zurich (IAFFZ), mit dem wir bereits zum vierten Mal zusammenarbeiten. «Editorial: Entdeckungen ermöglichen» weiterlesen

Paris im Kunsthaus, Paris im Filmpodium

Das Kunsthaus Zürich zeigt noch bis zum 18. November eine Ausstellung über Robert Delaunay (1885–1941) und Paris. Delaunay, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tätig war, beschäftigte sich immer wieder mit der Stadtszenerie von Paris und mit dem Eiffelturm als Wahrzeichen des Fortschritts.

Robert_Delaunay_-_Eiffel_Tower_(Hirschhorn_II)

Das Wirken dieses Künstlers überschneidet sich zeitlich und thematisch mit dem Schaffen des Cineasten René Clair (1898–1981), der vor allem in seinen frühen Filmen seinerseits die Seine-Stadt zur Protagonistin gemacht hat: Die (oft im Studio nachgebauten) Dachlandschaften kennzeichnen seine urbanen Märchen ebenso wie der Eiffelturm, der in seinem Erstling Paris qui dort (1924; leider infolge laufender Restaurationsarbeiten bis auf Weiteres nicht verfügbar) ein wichtiger Schauplatz ist und den Clair im kurzen Dokumentarfilm La tour (1928) porträtiert.

Letzterer wird am 13. Dezember gemeinsam mit dem dadaistischen Klassiker Entr’acte (1924) und dem fantastischen Film Le voyage imaginaire (1926) im Filmpodium aufgeführt, live musikalisch untermalt von Günter A. Buchwald und Bruno Spoerri.

Näheres zur Clair-Reihe finden Sie auf unserer Webseite.

PARIS QUI DORT
René Clair, PARIS QUI DORT, 1924

Editorial: Schwarze Zahlen, schwarze Listen

Dia_Black ListWir haben es zwar schon in einem Newsletter von den Dächern gepfiffen, aber gute Nachrichten darf man auch mehr als einmal vermelden. Immer wieder war in den letzten Wochen in den Medien von der Krise des Kinos die Rede – in der Schweiz betrug der Publikumseinbruch im ersten Halbjahr 2018 gegenüber der Vorjahresperiode 18 Prozent, und Ende Juni hatte der endlose Sommer erst begonnen. Umso mehr freut uns, dass das Filmpodium mit seinem vor allem auf die Filmgeschichte ausgerichteten Programm auch in dieser schwierigen Zeit sein Publikum findet. Die Eintrittszahlen pro Vorstellung der Jahre 2016 und 2017 konnten im ersten Halbjahr 2018 gehalten werden – trotz Fussball-WM und strahlenden Badewetters. Auf besonderes Publikumsinteresse stiessen dabei das Stummfilmfestival und die Reihen zu Jeanne Moreau und Claudia Cardinale. Im Sommerprogramm setzte sich der Trend mit Maggie Smith und Ingmar Bergman fort. Auch einzelne Beiträge der Locarno-Retrospektive zu Leo McCarey fanden grossen Zuspruch.

Wir möchten unseren Stammgästen ebenso wie denjenigen, die unser Kino erst vor Kurzem entdeckt haben, ganz herzlich für ihre Treue und ihr anhaltendes Interesse an unserem Programm danken. «Editorial: Schwarze Zahlen, schwarze Listen» weiterlesen