Plakat: Toshiro Mifune

Das Gewinnerplakat von Anna Tuena

In einer Kooperation zwischen Filmpodium und der ZHdK haben 2015 erstmals Studierende ein Plakat für eine Filmreihe entworfen. 

In unserer Plakatgalerie finden Sie eine Übersicht aller Gewinnerplakate sowie die besten Entwürfe, die es auf die Shortlist der Jury geschafft haben.

Toshirō Mifune (1920–1997) war der erfolgreichste japanische Schauspieler aller Zeiten; er hat an die 180 Filme gedreht. Er wuchs auf als Sohn eines Fotografen. Im Zweiten Weltkrieg wurde er mit 19 Jahren eingezogen und zuerst im Aufklärungsbereich, gegen Kriegsende als Instruktor von Kamikaze-Piloten eingesetzt, ohne dass er sich für Nationalismus begeistert hätte. Mifune hat unter der Regie von Akira Kurosawa 16 Filme gedreht, teils Samurai-Abenteuer wie Die sieben Samurai (1954), Yojimbo (1961) und Sanjuro (1962)  aber auch Films noirs wie Drunken Angel (1948) und Stray Dog (1949) und Dramen wie Rashomon (1950) oder Akahige (1965). Er war als einer der wenigen japanischen Schauspieler seiner Generation auch in westlichen Filmen zu sehen, darunter Hell in the Pacific (Regie: John Boorman, 1969), Red Sun (Regie: Terence Young, 1971) und 1941 (Regie: Steven Spielberg, 1979) und hat auch im TV-Mehrteiler Shogun (1980) mitgewirkt.

  • Entwurf von Livia Benz

Das erste Jahrhundert des Films: 1969 & 1979

Alien (1979) Directed by Ridley Scott Shown: Sigourney Weaver

1969 war aufregend: Nixons Antritt seiner Präsidentschaft, die Mondlandung, die Manson-Morde, Woodstock, die Vietnamkrieg-Proteste. In den US-Kinos starteten Dennis Hoppers Motorradfilm Easy Rider, der mit seiner Thematik der rebellierenden Jugend den Nerv der Zeit traf, und John Schlesingers grandioser Abgesang auf den American Way of Life Midnight Cowboy. Eine weitere filmische Sensation war Z, mit dem Costa-Gavras das Genre des Politthrillers begründete. Derweil gelang Toshio Matsumoto in Japan mit Funeral Parade of Roses ein Queer-Cinema-Klassiker und Ken Loach etablierte sich mit Kes als führende Kraft des britischen Sozialrealismus.

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Perla rara – Ein Interview mit Corinne Siegrist-Oboussier auf Italienisch

Fausto Colombo – in Zürich wohnhafter italienischer Journalist, Fotograf (L’Incertain Regard) und Bartmodel – hat für den Blog Züri-swissness die Leiterin des Filmpodiums, Corinne Siegrist-Oboussier, interviewt. Das Interview auf Italienisch reproduzieren wir hier mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Il cinema più iconico di Zurigo compie 70 anni. Lo spazio in stile Bauhaus, già sede dello storico Studio 4, ospita il Filmpodium, singolare mix fra monosala, arthouse e cineteca. Un ibrido cinematografico tutt’ora rispettato, scelto, amato e desiderato. In occasione di questo anniversario più unico che raro, ho incontrato la sua direttrice Corinne Siegrist-Oboussier, paladina di una forma di resistenza culturale sempre più necessaria

Se doveste chiedere agli zurighesi di nominarvi un cinema speciale, qualcuno vi parlerà sicuramente del Filmpodium. La sua sala trapezoidale e asimmetrica, a pochi passi da Paradeplatz, il centro finanziario di Zurigo, è un vero gioiello architettonico. Nei locali che dal 1949 ospitarono lo Studio 4, il Filmpodium mostra da oltre trent’anni serie tematiche, retrospettive di classici, pellicole d’autore e proiezioni di film muti con l’accompagnamento musicale dal vivo. Mantenuto in stile Bauhaus, scuola di architettura, arte e design di cui proprio quest’anno ricorre il centenario, il cinema è stato restaurato con cura nel 2003. Da allora questo spazio, vera perla del paesaggio cinematografico zurighese, vanta 263 comodi posti e una tecnica di proiezione sempre al passo coi tempi. Un cinema che oggi si chiamerebbe “monosala”, per distinguere una specie in via d’estinzione dalle multisale fatte in serie. Un cinema che oggi costituisce una forma di resistenza a un mondo cinematografico seriale, per permettere a tutte le espressioni filmiche di trovare il loro posto e a tutti di goderne a pieno.

A 70 anni dalla nascita di questo spazio, cos’è esattamente Filmpodium nel 2019: una cineteca, un cinema d’essai o una monosala indipendente?

Un po’ di tutto questo. È innanzitutto una cineteca, poiché attraverso la nostraprogrammazione tentiamo di mantenere viva la storia del cinema e farla conoscere anche al giovane pubblico che, per farti un esempio, non ha mai sentito parlare di Francis Ford Coppola (!) a cui abbiamo dedicato in aprile una retrospettiva. Cineteca perché siamo effettivamente proprietari di circa 300 pellicole conservate presso la Cinémathèque Suisse di Losanna, non disponendo di strutture adeguate qui a Zurigo. Filmpodium può definirsi un cinema d’essai in quanto presentiamo non solo nuovi titoli appartenenti a questa categoria ma anche film che ai tempi della loro uscita sarebbero stati senza dubbio classificati in questa categoria. Siamo infine un cinema indipendente poiché non dipendiamo da nessun distributore per la programmazione.

L’entrata del Filmpodium
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Editorial: Wilder Sommer

Some Like It Hot (Billy Wilder, USA 1959)

Billy Wilders Karriere begann in Deutschlands Stummfilmära, führte ihn nach der Machtübernahme der Nazis nach Paris und schliesslich nach Hollywood. Er war einer der zahlreichen deutschen und österreichischen Filmschaffenden, die nach dem Zweiten Weltkrieg auch wieder nach Deutschland zurückkehrten oder zumindest -blickten. Mit 32 Titeln ist die Wilder-Retrospektive, die das Filmpodium diesen Sommer zeigt, umfangreich, aber immer noch nicht ganz adäquat. Dass The Emperor Waltz fehlt, in dem Bing Crosby sich als amerikanischer Grammophon-Vertreter durch die Tiroler Alpen jodelt, ist zu verschmerzen. Es gäbe aber noch viele weitere Frühwerke, bei denen Wilder als Koautor mitgewirkt hat, darunter die pfiffige Kästner-Adaption Emil und die Detektive und die Dreieckskomödie Ein blonder Traum, die wir beide unlängst gezeigt haben, sowie Der Teufelsreporter, den Drehbucherstling des ehemaligen Journalisten Wilder, die muntere Filmoperette Ihre Hoheit befiehlt und das teilweise in der U-Bahn angesiedelte Musical Das Blaue vom Himmel; auf diese kommen wir vielleicht ein andermal zurück.

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Merci, Freddy Buache!

Wäre es nach ihm gegangen, würden Kinosäle nur über eine einzige Sitzreihe verfügen: Freddy Buache (1924–2019) sass immer ganz vorne und schien förmlich in die Leinwand eintauchen zu wollen. Das Kino füllte nicht nur sein Gesichtsfeld aus, sondern sein ganzes Leben. Martin Girod, ehemaliger Koleiter des Filmpodiums, würdigt den jüngst verstorbenen Cinémathèque-Leiter, Kritiker, Festivaldirektor und Filmvermittler.

© Cinémathèque suisse
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Das erste Jahrhundert des Films: 1959

Imitation of Life (Douglas Sirk, USA 1959)

Während das Jahr 1959 weltpolitisch geprägt war vom Sieg der kubanischen Revolutionäre und der Machtübernahme Fidel Castros, bedeutete dieses Jahr für das Kino ebenfalls eine Revolution: François Truffaut reflektierte mit seinem Debütfilm Les quatre cents coups (den wir als Teil der Truffaut-Reihe zeigen) seine Jugend und feierte in Cannes einen bahnbrechenden Erfolg. Der Film läutete die Nouvelle Vague ein, die weitreichende Auswirkungen auch ausserhalb von Frankreich hatte. Immens einflussreich war ebenfalls Robert Bressons Pickpocket – das Werk gilt als Schlüsselfilm des modernen Kinos und als einer der besten Nachkriegsfilme Frankreichs.

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Editorial: Beiboot ahoi!

Ein Kino kann man unterschiedlich programmieren. Kommerzielle Premierenkinos sind stark von den Verleihern abhängig, die die Kinostarts immer häufiger weltweit koordinieren, um der Piraterie vorzubeugen und das Medienecho besser zu steuern. Allzu viele Filme werden breit lanciert und verdrängen allzu schnell andere aus den Sälen. «Sleepers», wie man einst jene Filme nannte, die ihr Publikum nur langsam fanden, dann aber endlos im Kino liefen, sind heute undenkbar. Bei solchen Spätzündern kann man nur hoffen, dass sie online Erfolg haben, ehe sie ganz von der Bildfläche verschwinden.

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Plakat: François Truffaut

Das Gewinnerplakat von Stefan Hürlemann.

In einer Kooperation zwischen Filmpodium und der ZHdK haben 2015 erstmals Studierende ein Plakat für eine Filmreihe entworfen. 

In unserer Plakatgalerie finden Sie eine Übersicht aller Gewinnerplakate sowie die besten Entwürfe, die es auf die Shortlist der Jury geschafft haben.

François Truffaut (1932–1984), als Junge ein Tunichtgut, Filmfreak und Schulabbrecher, dann als Filmkritiker bei den „Cahiers du cinéma“ aktiv, zählte zu den Gründern und Verfechtern der Autorenfilmer-Theorie und zu den Mitbegründern der Nouvelle vague. 1959 legte er sein Spielfilmdebüt vor mit Les quatre cents coups, der quasiautobiografischen Coming-of-Age-Geschichte des kleinen Antoine Doinel (Jean-Pierre Léaud). Die Doinel-Saga ging weiter mit Antoine et Colette (Kurzfilm, 1962), Baisers volés (1968), Domicile conjugal (1970) und L’amour en fuite (1979). Stefan Hürlemann, der Gestalter des Gewinnerplakats, hat die zentrale Rolle von Kindheit und Erwachsenwerden in Truffauts Werk visuell zweifach aufgenommen, einmal mit einer Montage von Léauds Gesichtern, einmal im Schriftzug, der an eine Messlatte erinnern soll. 

Truffaut liebte Hitchcock und imitierte auch das klassische Hollywood-Kino (Tirez sur le pianiste, 1960; La mariée était en noir, 1969), drehte sogar einen Science-Fiction-Film (Fahrenheit 451, 1966), wurde aber vor allem für feinsinnige Beziehungsgeschichten bekannt, etwa Jules et Jim (1962), La peau douce (1964), L’histoire d’Adèle H. (1975) und La femme d’à côté (1981). Truffaut war auch Schauspieler und ist in einigen seiner eigenen Filme aufgetreten (L’enfant sauvage, 1970; La nuit américaine, 1973; La chambre verte, 1978) sowie in Steven Spielbergs Close Encounters of the Third Kind (1977).

  • Entwurf von Katharina Shafiei-Nasab und Grant Fryc

Georg Radanowicz, Fredi Murer und (virtuell aus L.A.) Xavier Koller im Filmpodium 

Am Freitag, dem 26. April zeigte das Filmpodium zur Feier des 80. Geburtstags des Regisseurs, Autors und Produzenten Georg Radanowicz seinen Film Alfred R. – Ein Leben und ein Film.

Im Gespräch mit Marcy Goldberg gaben Radanowicz, sein Hauptdarsteller Xavier Koller (via Skype aus Los Angeles) und Fredi M. Murer, der 1971 mit Radanowicz zu den Gründern der Nemo Film GmbH zählte, Auskunft über die Entstehung des Films und die damaligen Rahmenbedingungen des Neuen Schweizer Films. Anwesend waren zahlreiche Filmschaffende, darunter der Künstler und Musiker Anton Bruhin, der am improvisierten Jazz-Soundtrack von «Alfred R.» mitgearbeitet hatte, die weiteren Nemo-Film-Mitglieder Markus Imhoof, Hans-Ulrich Schlumpf und Iwan Schumacher sowie Rolf Lyssy, Thomas Koerfer, Sebastian C. Schröder, Marcel Just, Sabine Gisiger, Friedrich Kappeler, Rainer M. Trinkler und viele andere.

  • v. l. n. r.: Georg Radanowicz, Fredi M. Murer, Marcy Goldberg
  • v. l. n. r.: Georg Radanowicz, Fredi M. Murer, Marcy Goldberg; oben: Xavier Koller in L.A.
  • Georg Radanowicz, Fredi M. Murer
  • v. l. n. r.: Georg Radanowicz, Fredi M. Murer, Marcy Goldberg; oben: Xavier Koller in L.A.
  • Georg Radanowicz, Fredi M. Murer, Marcy Goldberg
  • v. l. n. r.: Georg Radanowicz, Fredi M. Murer, Marcy Goldberg
  • v. l. n. r.: Friedrich Kappeler, Hans-Ulrich Schlumpf, Rainer M. Trinkler
  • Marcy Goldberg, Fredi M. Murer
  • v. l. n. r.: Sebastian C. Schröder, Marcel Just
  • Iwan Schumacher
  • v. l. n. r.: Martin Girod, Hans-Ulrich Schlumpf, Michel Bodmer
  • v. l. n. r.: Thomas Koerfer, Marcel Just, Markus Imhoof
  • v. l. n. r.: Thomas Koerfer, Marcel Just, Markus Imhoof
  • v. l. n. r.: Fredi M. Murer, Sebastian C. Schröder
  • Mitte links: Rolf Lyssy, Mitte rechts: Georg Radanowicz
  • v. l. n. r.: Fredi M. Murer, Sebastian C. Schröder
  • Fredi M. Murer, Sabine Gisiger
  • Rolf Lyssy
  • Sabine Gisiger, Thomas Schärer, Marcy Goldberg
  • v. l. n. r.: Friedrich Kappeler, Hans-Ulrich Schlumpf, Rainer M. Trinkler
  • Fredi M. Murer
  • Georg Radanowicz, Fredi M. Murer
  • Georg Radanowicz
  • Georg Radanowicz, Fredi M. Murer
  • Fredi M. Murer
  • Georg Radanowicz, Fredi M. Murer

70 Jahre «Studio 4»

Als am 24. März 1949 das «Studio 4» eröffnet wurde, zeigte Roman Clemens, der das Interieur des Kinos gestaltet hatte und in den ersten Jahren auch für das Programm zeichnete, nicht irgendeinen Film. Er sicherte sich bei Paramount die Weltpremiere der neuen Komödie mit Superstar Bing Crosby, A Connecticut Yankee in King Arthurʼs Court, die sich zum Kassenschlager entwickelte. Zum 70-jährigen Jubiläum haben wir den Spass noch einmal gezeigt, und zwar in echtem Technicolor!

Neben den Begrüssungen durch Filmpodium-Leiterin Corinne Siegrist-Oboussier und dem stellvertretenden Leiter Michel Bodmer gab es auch eine kurze Einführung in die Geschichte des «Studio 4» (seit 1983 «Filmpodium») durch den Historiker und Filmexperten Felix Aeppli. Das «Studio 4» wurde 1948/49 vom Bauhaus-Schüler Roman Clemens gestaltet und zählt zu den wichtigsten Schweizer Baudenkmälern der klassischen Nachkriegsmoderne. Das Kino steht seit 1993 unter Denkmalschutz.

Viele ehemalige Mitarbeiter*innen des Kinos aus den letzten 35 Jahren haben sich an diesem Abend eingefunden, um diesen historischen Moment zu feiern.